Bank-Vorstand Wölfer: "In jedem Land als UniCredit auftreten"

Bank-Vorstand Wölfer: "In jedem Land als UniCredit auftreten"

von Cornelius Welp

Andreas Wölfer, UniCredit-Vorstand für vermögende Privatkunden, will die Kundenberatung radikal umbauen und die Vergütung der Banker im Sinne der Kunden ändern. In Deutschland erwartet er weitere Bankenfusionen.

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Andreas Wölfer, Mitglied des Management Comittee der UniCredit

WirtschaftsWoche: Herr Wölfer, viele Kunden haben durch die Krise das Vertrauen zu ihrer Bank verloren. Zu Recht?

Wölfer: Ich will nichts beschönigen: Die Banken haben die Misere mit verursacht. Deshalb kann ich nachvollziehen, dass unsere Kunden Vertrauen verloren haben – nicht nur in die Stabilität des Finanzsystems, sondern auch in die persönliche Beratung. Sie sind kritischer geworden und hinterfragen, ob ein Produkt das beste für sie ist...

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...und nicht für die Bank, die es verkauft. Wie reagieren Sie?

Wir haben uns endgültig von der am Verkauf von Einzelprodukten orientierten Beratung verabschiedet. Kern unserer Strategie ist ein europaweit einheitlicher Betreuungsansatz. Außerdem führen wir neue Preismodelle ein, etwa in Richtung einer pauschalen Vergütung. Hierbei zahlt der Kunde eine feste Gebühr für unsere Dienstleistungen, unabhängig von der Zahl der Transaktionen. Wir haben eine eigene Abteilung für die globale Anlagestrategie im Private Banking gegründet, die alle Märkte speziell für die wohlhabende Klientel beobachtet. An jedem Standort gibt es jetzt einen Risikobeauftragten, der auf die Ausgewogenheit des Risikos in den Depots achtet. Zudem haben wir die Vergütung der Berater umgestellt.

Wie denn?

Während früher zum größten Teil der Umsatz des Einzelnen über den Bonus entschied, haben jetzt Kundenzufriedenheit, die Höhe des verwalteten Vermögens und das neu eingeworbene Geld den gleichen Stellenwert.

UniCredit gilt bisher nicht als Bank für die gehobene Klientel.

Wir verwalten in unserer Sparte Vermögenswerte von rund 140 Milliarden Euro und zählen zu den größten Anbietern Europas. Wenn wir unser Ziel erreichen, konzernweit alle Kunden mit einem Vermögen von mehr als 500.000 Euro im Private Banking zu betreuen, kommen wir auf 170 Milliarden Euro. Wir werden noch zu wenig wahrgenommen, weil unser Markenauftritt sehr zersplittert ist. Deshalb wollen wir künftig in allen Ländern als UniCredit auftreten.

Wann ist es so weit?

Die Betreuung vermögender Privatkunden bündeln wir zunächst unter der einheitlichen Marke „Private Banking“. Parallel dazu prüfen wir die Änderung des Markennamens „HypoVereinsbank“. Hierzu gibt es noch keine Entscheidung und keinen Zeitplan.

Was sind Ihre Ziele?

Wir wollen wachsen. Unser Ziel ist es, in zwei oder drei Jahren in unserer Sparte 200 Milliarden Euro zu verwalten.

Rechnen Sie mit weiteren Bankenfusionen in Deutschland?

Davon gehe ich aus. So werden zum Beispiel Konzerne, die bisher in Deutschland aktiv waren, ihre Tochterfirmen verkaufen wollen oder müssen. Bei Übernahmen von Privatbanken mit anschließender Integration in einen Konzern bin ich eher skeptisch. Ich kenne bisher kein Beispiel, das wirklich gelungen ist.

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