Banken: Commerzbank bleibt auf Schrottpapieren sitzen

Banken: Commerzbank bleibt auf Schrottpapieren sitzen

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** ARCHIV ** Das Logo der Commerzbank vor der Zentrale der Bank in Frankfurt am 2. Mai 2006. Die Commerzbank will die Dresdner Bank schneller als geplant komplett uebernehmen.

Die Commerzbank wird ihre faulen Wertpapiere nicht los und rechnet mit steigenden Kreditausfällen. Trotzdem verzichtet die Bank auf einen Teil der Staatsgarantien. Auch der Quartalsverlust war nicht so schlimm, wie befürchtet.

Die teilverstaatlichte Commerzbank hat im zweiten Quartal stärker als gedacht von der Erholung der Finanzmärkte profitiert. Zwar schrieb das Unternehmen immer noch rote Zahlen, sieht sich inzwischen aber stark genug, um auf einen Teil der erhaltenen Staatshilfe verzichten zu können. Garantien in Höhe von fünf Milliarden Euro sollen vorzeitig an den Staat zurückgegeben werden.

Beim Vorstand wächst jedoch die Sorge vor weiteren Kreditausfällen. „2009 bleibt ein herausforderndes Jahr“, sagte Bankchef Martin Blessing am Donnerstag in Frankfurt, „aber wir sind auf dem richtigen Weg.“

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Commerzbank erhöht Vorsorge für Kreditausfälle

Die Börsianer waren sich uneins: Nachdem die Aktie im frühen Handel deutlich im Plus lag, driftete sie zwischenzeitlich ins Minus ab - zuletzt notierte sie mit einem Aufschlag von einem Prozent bei 5,97 Euro.

Der operative Verlust zwischen April und Ende Juni drittelte sich im Vergleich zum Auftaktquartal auf 201 Millionen Euro. Analysten hatten nur mit einer Halbierung gerechnet. Die Bank legte dabei sowohl beim Zins- als auch beim Provisionsüberschuss zu. Im Handelsgeschäft kam die zweitgrößte deutsche Bank zudem aus den roten Zahlen.

Wie erwartet, musste die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle aber deutlich erhöht werden. Unter dem Strich blieb die Bank mit 746 Millionen Euro in der Verlustzone. Im Vorjahr hatte die Bank wegen einer Steuergutschrift noch 200 Millionen Euro verdient.

Bank wird Schrottpapiere nicht los

Allerdings sind die Zahlen schwer vergleichbar mit dem Vorjahr durch den Zukauf der Dresdner Bank. Derzeit läuft die Eingliederung der ehemaligen Allianz-Tochter. „Wir liegen im Plan“, sagte Finanzvorstand Eric Strutz. Gut 1.800 Stellen von insgesamt geplanten 9.000 sind bereits weggefallen. Damit arbeiten noch knapp 66.500 Menschen in dem fusionierten Unternehmen, drei Viertel davon in Inland.

Der Umbau kostete die Bank im zweiten Quartal mehr als 200 Millionen Euro und soll im Gesamtjahr das Zehnfache verschlingen. Entlastet wurde die Commerzbank von den wieder anziehenden Finanzmärkten. Abschreibungen auf Schrottpapiere und weitere Belastungen summierten sich auf 621 Millionen Euro. Im ersten Quartal hatte der Betrag noch drei Mal so hoch gelegen.

„Es ist uns in den vergangenen Monaten gelungen, Risiken und Bilanzsumme deutlich zu reduzieren“, sagte Bankchef Blessing. Auf den Schrottpapieren wird er nach eigener Einschätzung aber vorerst sitzenbleiben. Es sei nicht mit einem zügigen Abverkauf im laufenden Jahr zu rechnen, ließ er im Zwischenbericht wissen. Die als kritisch eingestuften Wertpapiere belaufen sich auf rund 26 Milliarden Euro.

Der Großteil der Schrottpapiere war mit der Dresdner Bank in den Konzern gelangt. Das Investmentbanking schrieb daraufhin im ersten Quartal einen Milliardenverlust. Diesen dämmte die Sparte im zweiten Quartal dank der Erholung der Märkte deutlich ein.

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