Banken: Deutsche Bank auf wackligen Füßen

KommentarBanken: Deutsche Bank auf wackligen Füßen

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Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann: Seine Investmentbank hat im ersten Halbjahr so gut verdient wie selten

Deutschlands größtes Institut verkündet einen Milliardengewinn, die Aktie stürzt trotzdem ab. Das ist nicht absurd. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp.

Eigentlich ist es ein guter Tag für Josef Ackermann und die Deutsche Bank. Überraschend hat Deutschlands größtes Institut schon gut eine Woche vor dem eigentlichen Termin deutliche Andeutungen zum Ergebnis des dritte Quartal veröffentlicht und die sehen wirklich nicht schlecht aus. Zum dritten Mal in Folge legt die Bank einen Milliardengewinn vor. Erfreulich für die Deutsche Bank ist dabei vor allem auch, dass anscheinend wieder sämtliche wichtigen Sparten schwarze Zahlen schreiben. Also auch die Vermögensverwaltung, deren Ergebnis in den vergangenen Quartalen noch tiefrot war.

Der Nachsteuergewinn von 1,4 Milliarden Euro übertrifft die Erwartungen der Analysten und so kann Ackermann scheinbar guten Mutes die nächsten Posten auf seinem Einkaufszettel abhaken. Der Übernahme von Teilen der niederländischen ABN Amro dürfte wohl schon in wenigen Tagen die Mehrheit an der Privatbank Sal. Oppenheim folgen.   

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Doch der Aktienkurs steigt nicht, er fällt. Und zwar zeitweise um fast vier Prozent, so dass die Deutsche Bank zum Tagesverlierer im Dax wurde. Eine ähnliche Reaktion hatte es vor einigen Tagen schon bei der US-Bank Goldman Sachs gegeben, die die Analystenschätzungen noch deutlicher übertroffen hatte als nun die Deutsche Bank.

Unheimlicher Aufschwung der Bankaktien

Die Reaktion zeigt zum einen, wie hoch die Erwartungen an die Finanzhäuser inzwischen schon wieder sind. Längst bewegen sie sich wieder in Regionen, wie sie vor der Krise üblich waren. Das Vorsteuerergebnis habe nur leicht über den Erwartungen gelegen, moniert etwa die UBS. Wenn Ackermanns Bank die Markterwartungen einmal nicht schlagen kann, droht ein dramatischer Einbruch.

Deutlich wird aber auch, dass der unheimliche Aufschwung vor allem der Kurse von Bankaktien auf wackligen Füßen steht. Der Kurs der Deutschen Bank hat sich innerhalb weniger Monate fast vervierfacht, von einem sicher sehr niedrigen Ausgangsniveau auf eins, das nun schon wieder übertrieben optimistisch sein könnte. Die Risikovorsorge hat die Deutsche Bank bereits im vergangenen Quartal deutlich erhöht.

Dass die Erträge künftig weiter so sprudeln werden, ist nicht eben wahrscheinlich. Denn irgendwann im kommenden Jahr werden die Zentralbanken beginnen, die Milliarden an Liquidität wieder einzusammeln, mit denen sie den Markt vor dem Zusammenbruch gerettet haben. Das entzieht vielen derzeit profitablen Geschäften die Grundlage. Dann aber könnten Investoren ihr Interesse an Bankaktien verlieren. Eventuelle Gewinne jetzt mitzunehmen dürfte nicht die schlechteste Idee sein.

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