Banken: Deutsche Bank sichert sich Sperrminorität bei Postbank

Banken: Deutsche Bank sichert sich Sperrminorität bei Postbank

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Scheckkarten der Deutschen Bank und der Postbank

Gegen die Deutsche Bank können bei der Postbank künftig keine wesentlichen Entscheidungen mehr getroffen werden. Im ersten Schritt der Übernahme sichert sich das Frankfurter Geldhaus überraschend bereits eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie an dem größten deutschen Filialinstitut.

Die Deutsche Bank schloss heute mit der Deutschen Post den vereinbarten Kauf von 22,9 Prozent an der Privatkundenbank ab, wie beide Firmen mitteilten. Zusätzlich nutzte der deutsche Marktführer in den vergangenen Wochen offenbar den deutlich gesunkenen Postbank-Kurs aus und erwarb rund 2,1 Prozent am Markt.

In Finanzkreisen werden in den nächsten Monaten weitere Postbank-Aktienkäufe der Deutschen Bank bis knapp unter die meldepflichtige Schwelle von 30 Prozent erwartet. Erst dann wäre ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre fällig. Das will Bankchef Josef Ackermann derzeit aber in jedem Fall vermeiden, um in der Finanzkrise das Eigenkapital nicht weiter anzugreifen.

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Größter Aktionär bleibt vorerst die Deutsche Post mit rund 40 Prozent. Mittelfristig gilt eine Komplettübernahme aber als wahrscheinlich, da Ackermann nur dann vollen Zugriff auf die fast 15 Millionen Postbank-Kunden hat. Im März wollen beide Häuser bereits konkrete Kooperationsprojekte vorstellen. Im Gegenzug für den Postbank-Anteilsverkauf steigt die Post vorübergehend mit acht Prozent bei der Deutschen Bank ein.

Den Wertverlust der Deutsche-Bank-Aktien von gut einem Viertel seit der Vereinbarung vor sechs Wochen bekommt die Post über entsprechende Kurssicherungs-Zahlungen kompensiert. Der Logistikkonzern kann sich noch in diesem Jahr von den Papieren wieder trennen. Für die nächsten Tage wird die Eintragung der Kapitalerhöhung erwartet.

Post und Deutsche Bank hatten sich Mitte Januar angesichts der rasanten Kursverluste an den Aktienmärkten auf neue Konditionen für die insgesamt knapp fünf Milliarden Euro schwere Transaktion geeinigt. Demnach bekommt die Post das Geld nun bereits beim Abschluss und damit drei Jahre früher als im Sommer noch vereinbart. Für die Deutsche Bank wiederum wird der Deal wegen der Aktienkomponente kapitalschonender. Die Bank bekommt in drei Jahren über eine Pflichtumtauschanleihe weitere 27,4 Prozent an der Postbank. Über die restlichen Post-Anteile an der Banktochter von gut zwölf Prozent gibt es Optionsvereinbarungen.

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