Banken: Konzept der Deutschen Bank steht nicht zur Disposition

KommentarBanken: Konzept der Deutschen Bank steht nicht zur Disposition

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WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp

Der Deutsche-Bank-Chef will Zuversicht verbreiten. Das gelingt ihm nur zum Teil. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp.

Größer könnte der Kontrast kaum sein. Vor einem Jahr noch feierte Josef Ackermann bei der Vorlage der Jahresbilanz der Deutschen Bank nicht nur seinen 60. Geburtstag, sondern gleich noch ein Rekordergebnis und einen Gewinn von 6,5 Milliarden Euro. In diesem Jahr musste er an gleicher Stelle einen Rekordverlust von knapp vier Milliarden Euro für 2008 präsentieren. „So faszinierend kann Banking sein“, leitete er seinen Vortrag ein.

Und gab damit gleich die Richtung vor. Ackermann war nicht gekommen, um Buße zu tun und Sünden der Vergangenheit zu beichten. Der Deutsche-Bank-Chef blickte nachdenklich, aber verhalten positiv nach vorn. Der Schrecken über das miserable vierte Quartal war ohnehin schon verraucht und so konnte er die Zukunft der Deutschen Bank zwar nicht rosa, aber doch leuchtstreifsilber ausmalen. Ackermanns Botschaft war klar: Die Deutsche Bank hat zwar Fehler, aber grundsätzlich alles richtig gemacht und ist damit für die Zukunft gut aufgestellt. Ganz anders als viele ihrer Wettbewerber, denen Ackermann eine düstere Zukunft prognostiziert. Das Konzept einer Investmentbank mit starkem Privatkundengeschäft steht für ihn nicht zur Disposition, es muss nur nachjustiert werden. Derart gerüstet ist Ackermann nach wie vor entschlossen, die Krise, wenn irgend möglich, ohne Staatshilfe zu meistern.

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Wenn das gelingt, kann die Bank tatsächlich davon profitieren. Sie bleibt unabhängig und kann bei anderen Banken „Talente“ abwerben, denen 500.000 Dollar Gehalt dann doch etwas mager sind. Wenn Ackermann davon redet, wie die Deutsche Bank in „zehn, zwanzig Jahren“ da stehen wird, spricht er zugleich über sein Vermächtnis und seine ganz persönliche Abschlussbilanz. Anfang 2010 wird er als Bankchef aufhören.

Es ist immer noch eine Rechnung mit sehr vielen Unbekannten, die der Deutsche-Bank-Chef präsentiert. Bei aller demonstrativen Zuversicht gelingt es ihm nicht, die Zweifel, die den Aktienkurs der Deutschen Bank auf einen historischen Tiefststand gedrückt haben, zu zerstreuen. Zwar hat die Deutsche Bank tatsächlich viele Risikopositionen abgebaut. Aber die noch kommenden Belastungen bleiben ebenso unklar wie die künftigen Erträge. So wirken etwa Ackermanns Prognosen zum um den Vertriebszweig Postbank erweiterten Privatkundengeschäft reichlich optimistisch. Er tut gut daran, trotz eines erfolgreichen Januars nicht einmal schwarze Zahlen für das erste Quartal zu versprechen.

Zu oft wurden in der Vergangenheit zuversichtliche Prognosen von der Realität überholt. Auch und gerade die von Josef Ackermann.

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