Banken: Macquarie übernimmt Sal. Oppenheims Derivategeschäft

Banken: Macquarie übernimmt Sal. Oppenheims Derivategeschäft

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Ein Mann neben dem Logo der australischen Macquarie Bank

Das australische Finanzinstitut Macquarie will sein Derivategeschäft in Europa ausbauen und übernimmt diese Sparte von der Privatbank Sal. Oppenheim, die demnächst der Deutschen Bank gehört.

Die angeschlagene Privatbank Sal. Oppenheim verkauft ihr Derivategeschäft an das australische Finanzinstitut Macquarie. Im Zuge der Transaktion wechseln mehr als 90 Mitarbeiter in Deutschland und der Schweiz zu den Australiern, teilten beide Banken heute mit.

In Finanzkreisen war von einem Preis im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich die Rede. Die restliche Investmentbank-Sparte mit ihren dann noch gut 300 Mitarbeitern bleibt vorerst bei dem Luxemburger Traditionshaus, das bald der Deutschen Bank gehört. Der neue Eigner unterstütze ein „Fortführungskonzept“, was auch einen späteren Verkauf bedeuten könnte, hieß es in der Mitteilung. Eine Abwicklung stehe damit aber nicht mehr zur Debatte, sagte ein Insider.

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Nur ein Stück vom Investmentbanking

Ursprünglich wollte Sal. Oppenheim das gesamte Investmentbanking verkaufen, weil die Deutsche Bank nur an der Vermögensverwaltung reicher Privatkunden interessiert ist. Die Gespräche mit Interessenten wie Macquarie scheiterten aber auch an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Daher konzentrierten sich die Verkaufsbemühungen zuletzt nur noch auf das wieder boomende Geschäft mit Aktienderivaten, Zertifikaten und anderen strukturierten Produkten.

Mit dem Zukauf, der Anfang des zweiten Quartals abgeschlossen werden soll, baut Macquarie sein bislang auf Asien fokussiertes Derivategeschäft auf Europa aus. Die Australier treten hier vor allem als Investmentbank auf. Der Neuerwerb wird als Macquarie Oppenheim firmieren und von Frank Langer geleitet, dem bisherigen Derivate-Chef bei Sal. Oppenheim.

Schwindende Marktanteile

Die mehr als 220 Jahre alte Privatbank Sal. Oppenheim hat sich mit Beteiligungen an Krisenfirmen wie Arcandor verhoben und musste schmerzliche Verluste verkraften. Im Geschäft mit Derivaten schrieb sie Finanzkreisen zufolge zuletzt aber wieder schwarze Zahlen. Das Geldhaus spielt auf dem deutschen Derivatemarkt nach der Finanzkrise noch eine mittelgroße Rolle. 2009 entfielen nach Daten der Deutsche-Börse-Tochter Clearstream bislang knapp zwei Prozent des börslichen und außerbörslichen Handelsvolumens auf Sal. Oppenheim. Das entspricht Platz zehn unter 25 erfassten Anbietern. 2008 war der Anteil noch mehr als doppelt so groß, was Position sechs bedeutete. Laut Macquarie bietet Sal. Oppenheim mehr als 6000 Produkte mit einem Wert von mehr als 850 Millionen Euro an.

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