Banken: Nach Stresstests: Deutsche Bank verliert kräftig

Banken: Nach Stresstests: Deutsche Bank verliert kräftig

Bild vergrößern

Ein Straßenschild vor der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Im Großen und Ganzen sind die Stresstests für Europas Banken glimpflich gelaufen. Doch bei genauerem Hinsehen kommen Fragen auf. Und die Reaktion der Investoren fällt gemischt aus. Zu den Verlierern an der Börse zählt die Deutsche Bank.

HB FRANKFURT. Anleger haben nach Veröffentlichung der Stresstests Aktien der Deutschen Bank verkauft. Gegen den Trend fielen die Titel am Montag um bis zu knapp drei Prozent auf 48,28 Euro, erholten sich dann aber leicht auf ein Minus von 1,3 Prozent.

Insgesamt lagen die meisten Bankaktien deutlich im Plus. Commerzbank stiegen um knapp zwei Prozent. Der Stoxx-Branchenindex legte gut ein Prozent zu. Vor allem die französischen Banken - Societe Generale und BNP Paribas - zogen um rund drei Prozent an.

Anzeige

"Einige sind unzufrieden, da die Deutsche Bank ihr Staatsanleihen-Portfolio nicht im Detail veröffentlichen wollte", sagte ein Händler. "Das hilft nicht gerade", fügte ein anderer hinzu.

Die Deutsche Bank verwies darauf, dass ihr Vorstand Hugo Bänziger im Juni schon die Zahlen genannt habe. Diese zeigen mit Ausnahme Italiens ein verschwindend geringes Engagement in den hoch verschuldeten Ländern am Rande Europas. Ein Sprecher deutete an, dass die Bank sich am Dienstag mit den Quartalszahlen zu ihrem aktuellen Engagement äußern werde. Neben den beiden börsennotierten Instituten hatten auch die genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ und WGZ Bank, die Landesbank Berlin und die durchgefallene Hypo Real Estate keine Details zu den Staatsanleihen genannt.

Sorgenkind Postbank

Beim Generalsekretär des Ausschusses der Bankenaufseher, Arnoud Vossen, stieß die Weigerung der sechs Institute dennoch auf Missfallen. "Wir waren uns mit allen Aufsichtsbehörden und mit den teilnehmenden Banken einig, dass die Staatsrisiken Bank für Bank veröffentlicht würden", sagte Vossen der "Financial Times". Dem Bericht zufolge will er mit den Aufsichtsbehörden in Deutschland über den Fall sprechen.

Zudem fürchteten einige Anleger, dass die Deutsche Bank, die morgen ihr Zwischenergebnis veröffentlicht, letztlich im Krisenfall für das nicht allzu gute Abschneiden der künftigen Postbank-Tochter geradestehen müsste. Postbank, die im MDax notiert sind, stiegen mit dem Markt zeitweise um über zwei Prozent, bröckelten im Verlauf aber etwas ab.

In Bonn sieht man keinen zusätzlichen Handlungsbedarf. "Die Postbank hat mit dem Bestehen des Stresstests bewiesen, dass das auf Privatkunden ausgerichtete Geschäftsmodell robust genug ist, um auch stärkeren Belastungen standhalten zu können", erklärte Vorstandschef Stefan Jütte. Zugleich bekräftigte er, die Bank werde ihre Eigenkapitalbasis ausbauen und Risiken reduzieren.

Tatsächlich dürfte den Bonnern, die bislang ohne Staatshilfen auskamen, das vergleichsweise schwache Abschneiden eher weniger Kopfschmerzen bereiten. Der Grund: Über die Spareinlagen ihrer knapp 14 Mio. Kunden erhält die Postbank ausreichend Liquidität und kann somit auf den Kapitalmarkt verzichten. Andere Häuser, die sich stark über die Ausgabe von Anleihen refinanzieren, haben diese Möglichkeit hingegen nicht. Bei ihnen könnte das knappe Bestehen des Stresstests die Skepsis der Investoren sogar noch verstärken.

Für den deutschen Bankensektor wirft der Stresstest gleich eine ganze Reihe von Fragen auf. Zwar patzte von den hiesigen 14 Prüflingen nur die HRE. "Das sind keine Ergebnisse, auf die man stolz sein kann", bemängelt etwa Analyst Konrad Becker von Merck Finck. NordLB und Postbank hatten in den beiden Krisenszenarien jeweils Kernkapitalquoten von unter sieben Prozent ausgewiesen - die Messlatte, um zu bestehen, lag bei sechs Prozent.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%