Banken: UBS mit Kapitalerhöhung erfolgreich

Banken: UBS mit Kapitalerhöhung erfolgreich

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UBS-Zentrale in Zürich

Nach einer Reihe von Hiobsbotschaften kann die Schweizer Großbank UBS endlich einen Erfolg vermelden: Ihre zweite Kapitalerhöhung seit Ausbruch der Finanzkrise ist glatt verlaufen. Investoren bezogen 99,4 Prozent der rund 760 Millionen neuen Aktien. Damit erhöhte die UBS ihr Eigenkapital um 16 Milliarden Franken, also rund 10 Milliarden Euro.

Aktionäre konnten für 20 alte Aktien sieben neue Titel zum Preis von je 21 Franken erwerben oder ihre Bezugsrechte über die Börse verkaufen. Die UBS-Aktie war zuletzt bei 24,50 Franken gehandelt worden.

Das Ergebnis der Kapitalerhöhung war mit einer gewissen Spannung erwartet worden. Schliesslich suchen auch andere internationale Großbanken neues Geld. Und UBS selbst hat in der Subprime-Krise bisher einen Verlust von rund 40 Milliarden Franken eingefahren und dürfte Analysten zufolge im zweiten Quartal weitere fünf bis sieben Milliarden Franken abschreiben müssen.

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Da lag es nahe, in der Kapitalerhöhung so etwas wie eine Vertrauensabstimmung der Aktionäre über die Bank und ihr neues Management zu sehen. Anfang des Jahres hatte die Bank über eine Pflichtwandelanleihe bereits 13 Milliarden Franken aufgenommen. Davon kamen elf Milliarden von dem Singapur-Staatsfonds GIC und der Rest von einem nicht genannten Investor aus dem Nahen Osten. Dass die Kapitalerhöhung praktisch vollständig gezeichnet wurde, dürfte Druck vom Aktienkurs nehmen.

Sind Spekulanten bei der UBS eingestiegen?

Es bleibt aber abzuwarten, ob die Titel schon in sogenannten festen Händen sind oder ob auch Aktien von spekulativ eingestellten Investoren übernommen wurden und in den nächsten Tagen wieder auf den Markt kommen. Die neuen Aktien müssen in der kommenden Woche bezahlt werden. Sie können vom (heutigen) Freitag an aber schon an der Börse gehandelt werden.

Seit Ende Mai waren die Bezugsrechte aus der Kapitalerhöhung an der Börse gehandelt worden und eine Reihe von Aktionären, darunter auch UBS-Verwaltungsräte, hatten ihre Rechte verkauft. Im Markt ging dann die Vermutung um, dass Investoren aus Ölförderländern aber auch Hedgefonds die Kapitalerhöhung dazu benutzt haben könnten, um zu einem ermäßigten Preis bei UBS einzusteigen.

Ob im Zuge der Kapitalerhöhung tatsächlich neue größere Aktionäre dazugekommen sind, gab die Bank nicht bekannt. Meldepflichtig sind erst Beteiligungen von drei Prozent oder mehr.

Am Mittwoch war in einer russischen Zeitung die Spekulation zu lesen gewesen, der Milliardär Sulejman Kerimow wolle sich bei westlichen Banken, darunter auch UBS, einkaufen. Vier internationale Investmentbanken hatten die neuen Aktien gegen eine Kommission übernommen.

Wäre die Kapitalerhöhung nicht voll gezeichnet worden, hätten diese Institute für die übrig gebliebenen Aktien auf eigenes Risiko Käufer suchen müssen. Nun geht es lediglich um 4,83 Millionen nicht gezeichnete Aktien. Diese Titel sollen heute von der UBS Investment Bank über den Markt verkauft werden.

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