Banken: Warum die Finanzbranche mit Prognosen für 2009 geizt

KommentarBanken: Warum die Finanzbranche mit Prognosen für 2009 geizt

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Der Vorstandssprecher der Commerzbank, Martin Blessing

MLP und Commerzbank wollen für 2009 keine konkreten Prognosen abgeben. Verständlich. Schlechte Nachrichten verkündet niemand gern. Denn dieses Jahr wird noch einmal besonders bitter für die Finanzindustrie.

Ganz knapp hat die Commerzbank im vergangenen Jahr noch ein positives Ergebnis erreicht. Drei Millionen beträgt der Gewinn. Im Vorjahr hatte die zweitgrößte deutsche Bank mit 1,9 Milliarden Euro noch so viel verdient wie nie zuvor in ihrer Geschichte.

Besonders schlecht lief es im vierten Quartal. Allein  im Eigenhandel machte das Institut 701 Millionen Verlust. Aber auch den  sonst so stabilen Provisionsüberschuss hat es erwischt. Dieser fiel im vierten Quartal von 720 Millionen Euro auf 677 Millionen.

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Nebulöse Worte für dieses Jahr

Eine Überraschung waren diese Zahlen nicht. Dass 2008 ein dramatisches Jahr für die gesamte Branche war, hat jeder geahnt.

Spannend ist dagegen was das Jahr 2009 bringt. Hierzu geizen die Unternehmen mit Prognosen.  Für die Commerzbank erwartet Finanzvorstand Eric Strutz ein sehr schwieriges Jahr „Wir werden weiter konjunkturelle Belastungen sehen, die aber in 2010 wieder abnehmen sollten.“

Noch weniger sagt Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandschef des Finanzvertriebs MLP heute zu seinen Erwartungen für dieses Jahr. Er sei „verhalten optimistisch“, sagt Schroeder-Wilberg. „Ziel ist es, dass sich MLP besser entwickelt als das Marktumfeld.“ Das kann nun ein jeder so interpretieren, wie er gerne mag. Wenn sich der Ertrag von AWD und anderen Finanzvertrieben im diesem Jahr halbiert, wäre das dann für MLP wohl auch okay?

2009 dürfte Katastrophenjahr für Finanzbranche werden

Strutz und Schroeder-Wildberg wollen  nichts zu ihren Erwartungen für dieses Jahr sagen. Natürlich haben sie eine Meinung, aber die dürfte nicht besonders förderlich für den Aktienkurs sein. Denn die Wahrheit ist in diesem Fall schmerzhaft.

2009 dürfte für beide Unternehmen ein Katastrophenjahr werden. Die Konjunkturprognosen sind miserabel. Die Zahl der Arbeitslosen wird steigen. 2009 wird das Jahr, in dem die Finanzkrise auch beim Endverbraucher, beim Kunden ankommt. Für Finanzdienstleistungsunternehmen hat das zur Folge, dass nun ihr Kerngeschäft  von der Krise erfasst wird.

Die Experten des Frankfurter Investmenthauses Equinet erwarten beispielsweise, dass  die Zahl der Unternehmenskredite um drei Prozent zurückgeht - bei einem gleichzeitigen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um 15 Prozent auf mehr als 34.000.  Banken werden also auf Unternehmenskrediten verhältnismäßig oft sitzen bleiben werden.

Privatkundengeschäft doppelt betroffen

Im Privatkundengeschäft werden die Institute in zweierlei Hinsicht getroffen. Zum einen haben in Folge steigender Arbeitslosenzahlen immer weniger Menschen Geld um beispielsweise in die Altersvorsorge oder Vermögensbildung zu investieren. Das trifft die Banken wie die Commerzbank genauso wie  Finanzvertriebe wie MLP. Sie können künftig weniger Produkte verkaufen als bislang, damit fallen ihre Provisionseinnahmen.

Den Banken kommt dabei noch zugute, dass sie ihre Erträge in unterschiedlichen Segmenten erwirtschaften. Vertriebe wie MLP leben dagegen fast ausschließlich von den Provisionen, die sie für verkaufte Produkte erhalten. Ebenfalls ist zu befürchten, dass es auch verstärkt zu Zahlungsausfällen bei Privatkrediten kommt. Wer arbeitslos wird läuft Gefahr seine Konsumentenkredite oder Immobilienkredite nicht mehr bedienen zu können.

2009 dürfte deshalb noch einmal ein Jahr der schlechten Nachrichten für die Finanzdienstleister werden – auch wenn die Vorstände das noch nicht einräumen wollen.

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