345 Millionen Schadensersatz : BayernLB verklagt Ecclestone erneut

345 Millionen Schadensersatz : BayernLB verklagt Ecclestone erneut

Die BayernLB hat den Formel-1-Chef Bernie Ecclestone auf 345 Millionen Euro Schadensersatz plus Zinsen verklagt. Nun steht dem Milliardär ein neues Gerichtsverfahren bevor, das ihm teuer zu stehen kommen könnte.

Im Streit über den Besitzerwechsel der Formel 1 vor acht Jahren hat deren Chef Bernie Ecclestone eine weiteres Gerichtsverfahren am Hals. Die Bayerische Landesbank, die die Motorsportserie damals an den Finanzinvestor CVC verkauft hatte, verklagt Ecclestone auf 345 Millionen Euro Schadenersatz plus Zinsen, wie ein Banksprecher am Freitag auf Anfrage sagte. Damit sind Gespräche beider Seiten über einen Vergleich gescheitert. Die BayernLB wirft dem 84-Jährigen seit Längerem vor, er habe damals dafür gesorgt, dass die Bank ihre Formel-1-Beteiligung unter Wert verkauft habe.

Die BayernLB und die Formel 1

  • Höhepunkt der New Economy

    Es war der Höhepunkt der New Economy, als das Medienunternehmen EM.TV im Jahr 2000 bei der Formel 1 einstieg. Kurz zuvor hatte EM.TV um die Gebrüder Thomas und Florian Haffa in einem ähnlich spektakulären Deal die Rechte an der „Muppets Show“ erworben.

  • Kirch und Kredite bei der BayernLB

    Mit im Boot bei der Formel 1 war auch damals schon Bernie Ecclestone, Zampano des PS-Spektakels, mit seiner Familienstiftung. Nur wenig später ging es mit EM.TV bergab. Die Kirch-Gruppe des damaligen Medienzaren Leo Kirch kam zu Hilfe, erhielt im Gegenzug den Anteil an dem Rennzirkus und stockte ihn noch auf. Dafür musste Kirch Kredite aufnehmen, unter anderem bei der BayernLB.

  • Gribkowsky wird Motorsport-Verantwortlicher

    Die Kirch-Gruppe meldete dann 2002 Insolvenz an. Dadurch wurde die Landesbank aus München unerwartet zum Anteilseigner der Formel 1 und der damalige Risikovorstand Gerhard Gribkowsky zum Motorsport- Verantwortlichen. In der Folgezeit entwickelte sich ein Streit mit den Autokonzernen, denen die tonangebende - und profitable - Rolle Ecclestones und seiner Verbündeten ein Dorn im Auge war. Auch eine Übernahme der Formel 1 durch einen oder mehrere Hersteller oder eine Konkurrenzveranstaltung standen zur Debatte.

  • Anteilsverkauf an CVC

    Vier Jahre später verkaufte Gribkowsky die BayernLB-Anteile an den Finanzinvestor CVC Capital Partners und die Wogen glätteten sich. Das Unternehmen zählt zu den weltweit größten der Private-Equity-Branche und hat europäische Wurzeln. Hauptsitze sind Luxemburg und London.

  • Ecclestone verkaufte

    Der Finanzinvestor übernahm die Formel-1-Mehrheit durch den Erwerb der Anteile der BayernLB und von Ecclestone selbst beziehungsweise seiner Familie. Dies geschah indirekt über die neu gegründete CVC-Tochter Alpha Prema, an der Ecclestone wiederum auch selbst beteiligt ist. Der heute 82-Jährige blieb auch bei diesem Deal Chef der Formel 1. Gribkowsky rückte in den Aufsichtsrat von Alpha Prema.

Der Fall führte bereits zu einer Reihe von Gerichtsverfahren. Ein Strafprozess gegen Ecclestone wurde im August gegen eine Geldauflage in Rekordhöhe von 100 Millionen Euro eingestellt. Erst vor wenigen Tagen machte sich Ecclestone mit einer Weihnachtskarte an Geschäftsfreunde über den Richterspruch lustig. In einer Zeichnung bedroht ein maskierter Reiter Ecclestone, der einen Geldsack hält, mit einer Pistole und verkündet: "Das ist kein Überfall. Ich sammle für den bayerischen Staat."

Anzeige

Das Gericht hatte zur Begründung der Einstellung erklärt, der Vorwurf, dass Ecclestone den damals verantwortlichen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky im Sinne des deutschen Strafrechts bestochen habe, habe sich im Wesentlichen nicht erhärtet. Ecclestone gilt damit als unschuldig. Dieselbe Strafkammer hatte noch zwei Jahre zuvor Gribkowsky unter anderem wegen Bestechlichkeit zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Im Gegensatz zu Ecclestone habe Gribkowsky nachweislich gewusst, dass er als Manager einer Staatsbank kein Schmiergeld entgegennehmen dürfe, so die Auffasung des Gerichts.

Weitere Artikel

Der deutsche Medienkonzern Constantin ist mit einer Schadenersatzklage gegen Ecclestone wegen desselben Deals vor einem Londoner Gericht gescheitert. Constantin zählte zu den Vorbesitzern der Formel 1 und wurde nach eigener Darstellung wegen der Vereinbarungen von Ecclestone und Gribkowsky um einen Nachschlag auf den Verkaufspreis gebracht. Aufgegeben hat Constantin seine Forderung aber nicht.

Die nun von der BayernLB vor dem Landgericht München angstrengte Klage richte sich auch gegen Ecclestones Familienstiftung Bambino und weitere Beteiligte, sagte der BayernLB-Sprecher. Die Bank argumentiert damit, dass Gribkowsky bestochen worden sei. "Der Kaufvertrag wurde aus diesem Grund nicht verhandelt, sondern zu Bedingungen abgeschlossen, die von Herrn Ecclestone vorgegeben wurden und für die Bank nachteilig waren", erklärte der Sprecher. Von Ecclestone war am Freitag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%