Aktie auf Rekordtief: Commerzbank braucht noch mehr Milliarden als befürchtet

Aktie auf Rekordtief: Commerzbank braucht noch mehr Milliarden als befürchtet

, aktualisiert 22. November 2011, 15:50 Uhr
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Große Sorgen in der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt.

Quelle:Handelsblatt Online

Die angeschlagene Commerzbank könnte rund fünf statt drei Milliarden Euro brauchen, wenn die EU-Bankenaufseher ihre Anforderungen verschärfen. Die Aktie geht auf Talfahrt und fällt auf ein neues Rekordtief.

FrankfurtDie Commerzbank braucht Finanzkreisen zufolge wahrscheinlich deutlich mehr Kapital als bisher angenommen. Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus fehlen nach bankinternen Berechnungen rund fünf Milliarden Euro, sollten die europäischen Bankenaufseher ihre Anforderungen nochmals verschärfen, wie mehrere mit den Zahlen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Die Spekulationen haben die Commerzbank-Aktien in der Spitze um zehn Prozent auf ein Rekordtief von 1,2180 Euro gedrückt.

Auf Basis des zweiten Quartals hatte die teilverstaatlichte Commerzbank die Lücke zur geforderten harten Kernkapitalquote von neun Prozent noch auf 2,9 Milliarden Euro beziffert. Im dritten Quartal verbuchte sie fast 700 Millionen Euro Verlust - inwieweit dieser den Kapitalbedarf erhöht hat, ist offen.

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Zudem will die europäische Bankenaufsicht EBA die Bedingungen für die Kapitalberechnung nochmals verschärfen, was bei zahlreichen Banken die Lücke vergrößern würde. Deutschland und andere Länder leisten aber noch Widerstand.

Die EU-Regierungen wollen mit einer Rekapitalisierung der Banken das Vertrauen der Investoren in die krisengeschüttelte Branche wiederherstellen. Die Institute leiden unter massiven Abschreibungen auf europäische Staatsanleihen, was die Kapitaldecke ausdünnt. In der Branche gibt es aber heftige Kritik am Vorgehen der EU, denn die geforderte Kapitalquote geht weit über die neuen Anforderungen des internationalen Regelwerks Basel III hinaus.


Druck auf Blessing wächst

In Aufsichtskreisen hieß es am Dienstag, die endgültigen Zahlen der EBA stünden noch nicht 100 Prozent fest. Reuters hatte bereits erfahren, dass sich der Kapitalbedarf der größten deutschen Banken insgesamt auf mehr als zehn Milliarden Euro verdoppeln könnte. Die Commerzbank, deren Kapitalbedarf nach den vorläufigen Zahlen der größte aller deutschen Institut war, lehnte eine Stellungnahme ab.

Mit dem höheren Bedarf wächst der Druck auf Commerzbank-Chef Martin Blessing. Er hat sein persönliches Schicksal damit verknüpft, dass das Institut die Lücke bis Mitte 2012 schließen kann, ohne noch einmal Staatshilfe in Anspruch nehmen zu müssen.

Der Vorstand will die Quote in erster Linie dadurch erreichen, dass er Bilanzrisiken (RWA) abbaut, die mit Kapital unterlegt werden müssen. Dazu wird das Neugeschäft des Immobilienfinanzierers Eurohypo gestoppt. Im Mittelstandsgeschäft sollen Kredite bis auf Weiteres nur dann vergeben werden, wenn sie mit den Kernmärkten Deutschland oder Polen zu tun haben. Aber auch deutsche Länder und Kommunen müssen laut Finanzkreisen mit drastischen Einschnitten in der Kreditvergabe rechnen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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