Banca Monte dei Paschi: Handelsskandal bei ältester Bank der Welt

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Banca Monte dei Paschi: Handelsskandal bei ältester Bank der Welt

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Gegen die italienische Banca Monte dei Paschi wird aufgrund des Handelsskandals ermittelt.

Hohe Verluste mit Derivaten belasten die italienische Banca Monte dei Paschi. Die Regierung droht, die beantragten Staatshilfen nicht zu zahlen. Ministerpräsident Monti will zudem die Aufsicht in Europa überprüfen.

Die älteste Bank der Welt verstrickt sich immer tiefer in ihren Handelsskandal. Die italienische Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) hat mit Derivate- und anderen Handelsgeschäften einen Verlust von etwa 720 Millionen Euro eingefahren. "Ja. Der aktuelle Fehlbetrag hat ungefähr dieses Volumen", sagte Bankchef Fabrizio Viola der Zeitung "Il Messagero".

Bereits im November hatte die Bank 500 Millionen Euro an zusätzlichen Staatshilfen beantragt. Diese dürften jetzt allerdings nicht mehr ausreichen. Weitere Maßnahmen könnten nötig werden, schrieb Viola am Donnerstag in einem Brief an die Mitarbeiter. Einzelheiten nannte er nicht. Allerdings ist längst nicht sicher, ob die Regierung das Geld zahlen wird. Die Voraussetzungen für die Zahlung der Staatshilfe seien noch nicht erfüllt, betonte das Finanzministerium.

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Die italienische Zentralbank Banca d'Italia, die auch die Aufsicht über die Banken innehat, wirft dem Geldinstitut vor, Dokumente vor der Aufsicht versteckt zu haben. Nicht nur die Zentralbank, auch die Staatsanwaltschaft und die Börsenaufsicht ermitteln gegen die BMPS.

Monti will europäische Aufsicht prüfen

Auch Italiens Ministerpräsident Mario Monti hat sich bereits eingeschaltet. Er forderte eine umfassende Aufklärung des Skandals. Zudem müsse die Aufsicht in Europa auf den Prüfstand gestellt werden, sagte Monti am Freitag in einem Telefoninterview im italienischen Rundfunk.

Älteste Bank der Welt Monte dei Paschi könnte Staatshilfe beantragen

Der Vorstand verhandelt derzeit laut Medienberichten um zusätzliche Staatsanleihen.

Zentrale der Monte dei Paschi in Siena. Quelle: Reuters


Italiens drittgrößtes Geldhaus, das Staatsanleihen des Landes im Volumen von 24 Milliarden Euro hält, wollte sich mit Derivate-Geschäften gegen Zinsschwankungen bei den Papieren absichern. Das ging gründlich schief. Derzeit prüft die Bank drei Derivate-Geschäfte, darunter die sogenannte Santorini-Transaktion mit der Deutschen Bank. Zudem sieht sich die BMPS den Alexandria-Deal mit dem japanischen Geldhaus Nomura sowie das Nota-Italia-Geschäft mit einer ungenannten Bank genau an. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen Mitte Februar vorliegen.
Monte Paschi kämpft derzeit mit vielen Problemen. Als einzige Bank Italiens fiel sie bei einem europäischen Stresstest durch und musste insgesamt Staatshilfen über 3,9 Milliarden Euro beantragen.

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Damit das Geld auch fließen kann, sollen am Freitag die Aktionäre dem Antrag auf Staatshilfe zustimmen. Danach müsse die italienische Zentralbank grünes Licht geben, erklärte das Finanzministerium. Erst dann könne das Geld überwiesen werden. Anleger fürchten allerdings die Verstaatlichung der BMPS und flüchteten zunächst in Scharen. Die Aktie verlor am Donnerstag rund sieben Prozent, der Börsenwert fiel auf rund 2,8 Milliarden Euro. "Die Aktionäre fürchten, dass es weitere verlustträchtige Transaktionen gibt", sagte ein Analyst, der ungenannt bleiben wollte. Er verwies darauf, dass die Bank in ihrer Mitteilung nur von drei Geschäften gesprochen habe, die sie analysiere. Doch die Höhe des Verlustes verschreckte die Anleger doch.

Jeder Stein wird umgedreht
Bankchef Viola versuchte zu beruhigen. Das Management drehe jeden Stein um, um weitere negative Überraschungen auszuschließen. Es handele sich aber um eine reine Vorsichtsmaßnahme. "Ich denke, wir stehen kurz davor, die Aufräumarbeiten zu beenden", sagte Viola der Zeitung. Am Freitag zeigten die Beruhigungsmaßnahmen erste Wirkung. Anleger zeigten sich wieder zuverlässiger, die Aktien zogen um 8,8 Prozent an. Hochrangige Banker hatten beschwichtigende Worte für die Aktionäre gefunden. Sowohl der Verwaltungsratschef der italienischen Notenbank als auch der Chef der BMPS sagten, die Bank sei stabil.


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