Bank of America: „Halt die Klappe, sonst pfänden wir dein Haus“

Bank of America: „Halt die Klappe, sonst pfänden wir dein Haus“

, aktualisiert 17. November 2011, 09:37 Uhr
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Das Logo der Bank of America.

von Nils RüdelQuelle:Handelsblatt Online

Wenn sich Unternehmen in die Welt der sozialen Netze begeben, geht oft etwas schief. So auch bei der Bank of America. Ein Unbekannter kaperte ihren Namen bei Google+ - und machte sich einen großen Spaß.

Gute PR ist für die Bank of America (BofA) derzeit fast ein Fremdwort. Verspekuliert in der Finanzkrise, mit Milliarden gerettet und noch immer unter den Sorgenbanken der Branche – die einst größte Bank der USA schrumpft und wartet verzweifelt auf bessere Zeiten und mehr Einnahmen.

Um dies zu beschleunigen, wollte sie kürzlich eine neue Gebühr für die Benutzung von Debit-Karten einführen. Leider aber hagelte es umgehend wütende Proteste, also musste sie den Plan bald wieder begraben. „Ich habe aus den Erfahrungen gelernt“, sagte später ein kleinlauter Bankchef Brian Moynihan.

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Doch durch ist die Sache noch lange nicht. Jetzt nämlich wurde die Bank zu allem Übel auch noch Opfer von Identitätsdiebstahl.

„Offizielle“ Google+-Seite droht Occupy-Demonstranten

Wer in den vergangenen Tagen die BofA-Seite des sozialen Netzwerks Google+ aufrief, las dort zum Beispiel dies: „Wir sind entschlossen, so viel Geld wie möglich zu machen aus Wucher, Bestechung, Insiderhandel, Erpressung und Kartengebühren“. Oder auch: „Heute große Firmenfeier im zwangsversteigerten Haus Nr. 2340087“. Das berichten mehrere US-Technologieblogs. Für Protestler von Occupy Wall Street hieß es: „Setz dich hin und halt die Klappe, sonst pfänden wir dein Haus“. Bei jenen Demonstranten, die ein BofA-Konto haben, würden „ab morgen die Geldanlagen eingesammelt“.

Dazu gab es wenig schmeichelhafte Fotos von Moynihans in Ungnade gefallenen Vorgängers Ken Lewis.


Auch andere Firmen betroffen

Die Seite sah echt aus, nannte sich „offiziell“ und wartete mit Logo und Kontaktadresse des Instituts in Manhattan auf. Und doch hatte sich hier ein unbekannter Computer-Kundiger einen kleinen Scherz erlaubt. Der oder die Täter waren der BofA zuvorgekommen und hatten die Seite am Dienstag vergangener Woche online gestellt, nur einen Tag, nachdem Google bei seinem Netzwerk die Plattform für Unternehmen freigeschaltet hatte.

Dann dauerte es eine lange Woche, bis der Spaß bemerkt wurde und Google die Seite vom Netz nahm. Sieben Tage liefen der gefälschte Auftritt der BofA und der Echte nebenher, wobei die gefälschte Seite am Ende 27 Mal mehr Fans gehabt haben soll.

Ein BofA-Sprecher bestätigte dem Blog Cnet die Berichte und betonte, die Bank und Google teilten gemeinsam ihre Sorgen um den gefälschten Account. Bei Google hieß es, man sei auf Fälscher vorbereitet und werde „aktiv, wenn nötig“.

Die Bank of America ist derweil nicht der erste Konzern, mit dem sich Unbekannte bei sozialen Netzen einen Spaß erlaubten. Disney wurde bei Google+ zum Opfer und bei Twitter gab sich ein Unbekannter als BP aus - und schrieb über die Ölpest im Golf von Mexiko.

Peinlich ist die jüngste Episode für die BofA, aber auch peinlich für Google. Offenbar ist es nicht so schwer, über das Netzwerk, das dem Platzhirschen Facebook gefährlich werden soll, im Namen von Unternehmen zu kommunizieren.

Quelle:  Handelsblatt Online
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