US-Großbanken verdienen Milliarden

Bank of America, JP Morgan und Co.: US-Großbanken verdienen Milliarden

, aktualisiert 13. Oktober 2017, 14:38 Uhr

Nach JP Morgan und Citigroup meldet am Freitag auch die Bank of America eine Gewinnsteigerung.

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Bank of America

Skandale und ein schwächelndes Hypothekengeschäft belasten die US-Großbank Wells Fargo. Der Nettogewinn fiel im dritten Quartal um 19 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar, wie das Geldhaus mitteilte. Ein Grund für den Gewinnrückgang waren Rechtskosten in Höhe von einer Milliarde Dollar. Die Gesamterträge fielen auf 21,9 von 22,3 Milliarden Dollar, die Erträge im Hypothekengeschäft brachen um 37 Prozent ein.

Nach dem "Phantomkonten"-Skandal kommt die Bank nicht zur Ruhe. Sie soll über Jahre rund zwei Millionen Konten ohne Genehmigung der Kunden eröffnet haben. Damit wollten Bankmitarbeiter offenbar hochgesteckte Verkaufsvorgaben erreichen. Inzwischen hat die Bank aber auch Untersuchungen wegen Gebühren für Hypotheken, den Umgang mit eingefrorenen Sparkonten und Zusatzprodukten eingeleitet. Die New Yorker Banken- und Versicherungsaufsicht hatte dem Institut vorgeworfen, über Jahre für 800.000 Kreditnehmer teure Autoversicherungen ohne deren Wissen abgeschlossen zu haben.

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Indessen profitiert die Bank of America von höheren Zinsen in den USA und Kostensenkungen. Der Nettogewinn stieg im dritten Quartal um 15 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar, wie das Geldhaus am Freitag mitteilte. Die Erträge legten um ein Prozent auf 22,1 Milliarden Dollar zu. Der Anleihenhandel brach wie bei der Konkurrenz ein. Vor Jahresfrist hatten die US-Präsidentschaftswahl und die Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen, das Handelsgeschäft noch angekurbelt.

Die US-Großbanken JP Morgan und Citigroup haben dem schwachen Anleihenhandel getrotzt und ihren Gewinn im dritten Quartal gesteigert. Die größte US-Bank JP Morgan profitierte von höheren Leitzinsen und einer stärkeren Kreditvergabe, bei der Citigroup zahlten sich der Verkauf einer Sparte und Kostensenkungen aus. Der Nettogewinn von JP Morgan stieg um sieben Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar, das Ergebnis der Citigroup kletterte um 7,6 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar, wie die Geldhäuser am Donnerstag mitteilten.

"Der Weltwirtschaft geht es weiter gut", sagte JP-Morgan-Chef Jamie Dimon. Die Lage der US-Verbraucher sei gut, die Lohnsteigerungen solide. Die Bank steigerte ihre Kreditvergabe und konnte den Zinsüberschuss auch dank der Geldpolitik der US-Notenbank Fed steigern. Die Fed hat binnen Jahresfrist den Leitzins um insgesamt 0,75 Prozentpunkte erhöht und dürfte im Dezember erneut an der Zinsschraube drehen. Die Ernüchterung über US-Präsident Donald Trump, der die versprochenen Wirtschaftsreformen bisher nicht geliefert hat, belastet allerdings auch die Kreditnachfrage bei den US-Banken, die nicht mehr so schnell wächst wie vor einem Jahr.

Während das Kreditgeschäft weiterhin läuft, schwächelt das Handelsgeschäft. Bei JP Morgen brachen die Erträge im Anleihenhandel um 27 Prozent ein, im gesamten Handelsgeschäft betrug das Minus 21 Prozent. Bei der Citigroup schrumpften die Handelserträge um elf Prozent. Das ist ein schlechtes Omen für die Deutsche Bank, die besonders im Anleihenhandel stark ist.

Vor Jahresfrist hatte die US-Präsidentschaftswahl und die die Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen, das Handelsgeschäft angekurbelt. Eine Besserung im Anleihenhandel, der schon in den Vorquartalen schwächelte, scheint nicht in Sicht. Auch im vierten Quartal würden die Erträge im Handelsgeschäft niedriger als im Vorjahreszeitraum sein, sagte JP-Morgan-Finanzchefin Marianne Lake. Insgesamt steigerte JP Morgan die Erträge um 2,7 Prozent auf 25,2 Milliarden Dollar, Citigroup konnte sie um zwei Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar erhöhen.

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