Banken: BaFin sieht Risiken im Mittelstandsgeschäft

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Seit 2011 leitet Raimund Röseler bei der BaFin als Exekutivdirektor die Bankenaufsicht.

von Angela Hennersdorf, Cornelius Welp und Jürgen Berke

Die Bankenaufsicht BaFin sieht die Konzentration vieler Banken auf das Geschäft mit mittelständischen Unternehmen zunehmend kritisch.

"Unsere Sorge ist der Herdentrieb", sagte Raimund Röseler, Leiter der Bankenaufsicht bei der BaFin, im Interview mit der WirtschaftsWoche über das Geschäft der Banken mit mittelständischen Unternehmen. "Es gibt gar nicht genug Unternehmen, an denen alle ausreichend verdienen können." Der Wettbewerb führe dazu, dass die Verdienstspannen sinken. Die Banken nähmen das in Kauf, weil sie glaubten, dass sie den Unternehmen zusätzliche Produkte verkaufen könnten. Das funktioniere aber nur sehr eingeschränkt. "Wir nähern uns der Grenze, ab der die Konditionen der Firmenkredite das Risiko nicht mehr angemessen spiegeln. Die Ampel steht auf Gelb"“, sagte Röseler. Die Bafin sei alarmiert und bereit, einzugreifen. "Wir werden nicht tatenlos zusehen. Wir könnten verlangen, dass Banken eingegangene Risiken mit mehr Kapital unterlegen müssen. Das macht das Geschäft teuer", so der Bankenaufseher.

Risiken aus einer Immobilienblase sieht die BaFin wegen der in den Ballungsräumen stark gestiegenen Immobilienpreise nur in Einzelfällen. "Die Banken haben die Vergabe-Konditionen bisher nicht flächendeckend gelockert. Noch sind die Finanzierungen ganz überwiegend solide", sagte Röseler.

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Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Wegen der dauerhaften Niedrigzinsen sieht Röseler die Branche vor "enormen Herausforderungen." Etliche Banken würden im Kern ihres Geschäftsmodells getroffen. "Sie müssen Kosten sparen und Erträge steigern. Ich erwarte auch einzelne Zusammenschlüsse." Es sei aber kein Naturgesetz, dass Banken wüchsen. Manche müssten schrumpfen.

Dass viele Banken auf die Situation reagieren, indem sie negative Zinsen auf Einlagen erheben, erwartet Röseler nicht: "Als Aufsicht halten wir uns aus dem Thema raus. Bei Privatkunden werden das aber vermutlich Ausnahmen bleiben, dafür ist der Wettbewerb schlicht zu hart."

Abschluss der BaFin-Ermittlungen zu Devisenmanipulationen dauert an

Die Ermittlungen gegen Banken wegen der Manipulation von Devisenkursen durch die Finanzaufsicht BaFin laufen weiter. "Das ist ein riesiger Markt, die Ermittlungen werden noch eine Weile dauern", sagte der Chef der Bankenaufsicht, Raimund Röseler, im Interview mit der WirtschaftsWoche. "„Bisher haben wir nur Einzelfälle gefunden, die aber alles andere als beruhigend sind. In diesen konnte sich kriminelle Energie entfalten, weil Kontrollen versagt haben", sagte Röseler. Ursprünglich hatte die BaFin Ergebnisse schon in diesem Sommer erwartet. Dass die Ermittlungen zur Manipulation des Libor-Satzes bei der Deutschen Bank noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, wollte Röseler nicht bestätigen.

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