Banken: Die Euro-Krise trübt die Stimmung

Banken: Die Euro-Krise trübt die Stimmung

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Miese Stimmung: Europas Geldinstitute ächzen unter der Schuldenkrise. Die Banker blicken mit gemischten Gefühlen in die Zukunft.

von Katja Joho

Diskussionen um Griechenland und die gemeinsame Währung drücken auf die Stimmung. Und das nicht nur bei Europas Politikern, sondern auch bei den Bankern. Eine neue Umfrage zeigt ihren Unmut. Sie rechnen unter anderem mit Entlassungen.

Angesichts der ungelösten Euro-Schuldenkrise und der sich eintrübenden Konjunkturaussichten verschlechtert sich die Stimmung bei den Banken.

Die Mehrheit der deutschen Bankmanager sieht keine Besserung der Lage an den Finanzmärkten, mit einer Verbesserung des deutschen Geschäftsklimas rechnet nur noch jeder vierte Bankmanager. Und noch schlimmer: Wenn es zu einem Ausfall staatlicher Schuldner in Europa kommen sollte, gehen die Institute davon aus, dass mit erheblichen negativen Folgen für den Bankensektor zu rechnen ist.

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Die Folgen: Die Kreditvergabe würde zurückgefahren und etwa jede dritte Bank müsste Staatshilfe beantragen.

All das geht aus einer Umfrage von Ernst & Young hervor. Die Wirtschaftsberatung hat im Januar im Rahmen des „Bankenbarometers“ 500 Bankmanager in Europa, 50 davon in Deutschland, zum Geschäftsklima der Geldinstitute befragt.

Der aktuelle Wert ist der schlechteste seit 2009: Nur noch 90 Prozent der Befragten rechnen mit einer positiven Geschäftsentwicklung für ihre Bank. Im Juni 2011 waren noch 98 Prozent mit der Geschäftslage zufrieden gewesen.

Jetzt gehen die Banker davon aus, dass sich die allgemeine Unsicherheit auch auf ihre Beschäftigung auswirken werde: Fast ein Viertel der deutschen Befragten rechnet in den kommenden Monaten mit einem Stellenabbau, nur zwölf Prozent wollen die Belegschaft aufstocken. Im Juni 2011 war das Verhältnis noch andersherum.

In den einigen Nachbarländern hingegen ist die Stimmung deutlich positiver. Besonders französische, britische und niederländische Banker wollen sogar deutlich stärker in Personal investieren als bisher.

Deutsche Banker sind noch skeptischer

Wie die Studie zeigt, sehen die deutschen Banker die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten generell deutlich skeptischer über als ihre europäischen Kollegen. „Deutsche sind von der Grundstimmung etwas morbider als die Südländer mit ihrem sonnigen Gemüt“, versuchte Müller-Tronnier die Ergebnisse zu deuten. Dabei gibt es in seinen Augen wenig Grund für solch eine Negativ-Stimmung in der Bundesrepublik: „Ich bin sicher, dass die deutschen Banken insgesamt stabiler sind als die in vielen anderen Ländern“, so der Experte.

Die Spitzenreiter unter den Optimisten sind dabei die Banker in den Niederlanden und in Polen. Dort schätzt jeweils mehr als die Hälfte der Manager ihre Lage als „sehr gut“ ein. Selbst in einem Euro-Krisenland wie Spanien zeigen sich die Befragten optimistischer als hierzulande.

„Die Frage ist dabei schon, ob in manchen Ländern die Situation wirklich realistisch eingeschätzt wird“, sagte dazu Ernst & Young-Experte Dirk Müller-Tronnier.

Trotz der positiven Entwicklung der Börsen seit Jahresbeginn bleibe die Unsicherheit in deutschen Kreditinstituten groß, so Claus-Peter Wagner, Leiter des Bereichs Finanzservice der Beratungsgesellschaft. Das werde sich erst ändern, wenn sicher ist, dass eine Griechenland-Pleite verhindert werden kann.

Sollte es zu einem Ausfall staatlicher Schuldner in Europa kommen, rechnen die deutschen Institute mit erheblichen negativen Folgen für den Bankensektor. So würde die Kreditvergabe zurückgefahren werden, jede dritte Bank müsste nach eigener Einschätzung Staatshilfe beantragen.

Auch die sich eintrübende Konjunktur wird nach Einschätzung der Manager die Banken belasten. Europaweit richten sie sich auf steigende Kreditausfälle ein und wollen die Kreditvergabe deshalb tendenziell drosseln. „Solange sich die Lage nicht massiv verschlechtert, wird es aber nicht zu einer Kreditklemme kommen“, sagte Wagner.

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