
FrankfurtDie Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hat auf dem Weg zur Übernahme der WestLB -Verbundbank eine weitere Hürde genommen. Die Vertreter der deutschen Sparkassen beschlossen am Montagabend, die Verbundbank wie geplant mit 250 Millionen Euro Kapital auszustatten, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte.
Die Entscheidung im Gemeinsamen Ausschuss der Sicherungsreserve der Sparkassen sei einstimmig gefallen. Eine weitere Person sagte, der Ausschuss habe getagt und eine Zustimmung habe sich abgezeichnet. Nach dem Willen der EU-Kommission müssen die öffentlich-rechtlichen Institute insgesamt eine Milliarde Euro für die Verbundbank aufbringen. 500 Millionen Euro sollen von den Sparkassen in Nordrhein-Westfalen kommen, jeweils 250 Millionen von den übrigen Sparkassen und den Landesbanken. In der Verbundbank ist das Sparkassen-Geschäft der alten WestLB gebündelt, die nach dem Willen der EU-Kommission in den kommenden Monaten zerschlagen wird.
Bis Mitte 2012 soll die Verbundbank mit einer Bilanzsumme von rund 40 Milliarden Euro und 400 Mitarbeitern an die Helaba angedockt werden. Sie wird den lokalen Instituten bei Geschäften unter die Arme greifen, die sie alleine überfordern, etwa bei Großkrediten. Besonders aus dem Lager der Landesbanken gab es zuletzt Kritik an der Mitte 2011 vereinbarten Kapitalausstattung der Verbundbank. Einige Landesbanken, die den Konkurrenten Helaba nicht indirekt subventionieren wollen, würden gerne weniger Geld als ursprünglich vereinbart beisteuern oder Garantien statt Kapital bereitstellen.
„Mittlerweile gibt es jedoch Anzeichen, dass auch die Landesbanken bezahlen werden“, sagte ein Prozessbeteiligter. Auch der scheidende Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis hatte Mitte Januar erklärt, alle öffentlich-rechtlichen Institute würden am Ende den vereinbarten Beitrag leisten. „Es gibt keinen Anlass, an dieser Zusage zu zweifeln.“










