Banken: Trügerische Ruhe bei der BayernLB

KommentarBanken: Trügerische Ruhe bei der BayernLB

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Der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Landesbank (BayernLB), Gerd Haeusler. In München gibt es Spekulationen, der 61-Jährige könnte sich in absehbarer Zeit von der Spitze der Bank verabschieden.

von Cornelius Welp

Die Landesbank verdient im ersten Halbjahr rund 170 Millionen Euro. Das ist gut, aber längst nicht gut genug.

Um die BayernLB ist es ruhig geworden. Wenn sie alle drei Monate ihre Ergebnisse vorlegt, überraschen die kaum. So auch heute. Ein Vorsteuergewinn von 174 Millionen Euro ist weder ein besonders schlechtes Ergebnis noch ein besonders gutes, Vorstandschef Gerd Häusler kann es zu Recht „ordentlich“ nennen. Außergewöhnliche Belastungen kommen durch ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts und die Probleme der ungarischen Tochter MKB zustande.

BayernLB muss zehn Milliarden zurückzahlen

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Verglichen mit den Milliardenverlusten zwischen 2007 und 2009 aus strukturierten Kreditpapieren und dem Kauf der österreichischen Hypo Alpe Adria sind die fast zu vernachlässigen. Und solange spektakuläre Krimis wie der um den kürzlich verurteilten früheren Vorstand Gerhard Gribkowsky ausbleiben, scheint es, als könnte es mit der Bank eine Weile einfach so weiter gehen.

Wenn da nicht die Auflagen der EU wären. Fünf von insgesamt zehn Milliarden Euro Staatshilfe muss das Institut in den kommenden Jahren zurückzahlen. Das soll zum einen über den Verkauf von Beteiligungen wie der Landesbausparkasse und der Immobiliengesellschaft GBW funktionieren. Vor allem aber muss die Bank dazu, wie sie selbst heute mitteilt, mehr Geld verdienen. Der Ausbau des Mittelstandgeschäfts schreitet voran, sehr lukrativ ist dieses auf absehbare Zeit aber nicht. Und dass Finanzminister Markus Söder die Bank zur führenden Adresse bei der Finanzierung erneuerbarer Energien machen will und sie dabei sogar nach USA expandieren soll, ist eher politischer Wille als Geschäftsmodell.

Spekulationen über Führungswechsel

Auf die Bankführung kommt in den kommenden Jahren viel Detailarbeit zu. Spaß wird die nicht machen. Denn da sich die Erträge kaum deutlich steigern lassen werden, bleibt nur der Weg über weitere Einsparungen, wie sie die Erklärung zum heutigen Ergebnis bereits ankündigt. Da nun endlich Klarheit über die künftige Gestalt des Instituts besteht, steht nun die Umsetzung der Brüsseler Vorgaben an. Mit Gerd Häusler an der Spitze? So gibt es in München Spekulationen, der 61-Jährige könnte sich in absehbarer Zeit von der Spitze der Bank verabschieden.

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Den früheren Bundesbanker und IWF-Mann hatte die CSU-Landesregierung auf dem Höhepunkt der Krise als unbelasteten Außenstehenden vor allem wegen seiner Beziehungen zur Politik geholt. Häusler hat die Bank einigermaßen beruhigt und die Verhandlungen mit Brüssel zu einem vertretbaren Ergebnis gebracht. Damit hat der Bankchef, der sich auf dem internationalen Parkett ohnehin wohler zu fühlen scheint als in der bayerischen Landespolitik, seine Schuldigkeit eigentlich getan. Zumal hier im kommenden Jahr der Wahlkampf zur Landtagswahl ansteht, bei dem Zukunft und Vergangenheit der Landesbank ein zentrales Thema sein werden.

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