Banken und Fintechs: Kopieren oder kooperieren?

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Banken und Fintechs: Kopieren oder kooperieren?

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Banken kopieren Fintechs.

von Saskia Littmann

Banken und Fintechs merken immer stärker, dass sie aufeinander angewiesen sind. Wo kopiert, kooperiert und gekauft wird und welches Modell am meisten Sinn macht.

Mal gelten sie als übertriebener Hype, mal als die neuen Banken der Zukunft. Beim Thema Fintechs gehen die Meinungen in der Finanzbranche weit auseinander. Eine Patentlösung scheint es noch nicht zu geben, jede Bank sucht ihren eigenen Weg im Umgang mit den jungen Finanz-Start-ups.

Die Gretchenfrage für beide Seiten lauten daher: Kopieren oder Kooperieren? Während viele Institute auf Kooperationen setzen und mit Fintechs zusammenarbeiten, werden auch immer wieder Ideen aus dem Fintech-Lager kopiert. Gleichzeitig verfügen immer mehr der jungen Tech-Firmen über eine eigene Banklizenz und machen sich damit unabhängig von den großen Geldinstituten. Ein Überblick über die gängigsten Modelle.

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Geht es nach reinen Zahlen, deutet viel darauf hin, dass sich das Wachstum der Fintech-Branche gerade etwas stabilisiert. So wurde im zweiten Quartal dieses Jahres weniger Venture Capital investiert, wie aus einer Analyse der KPMG hervorgeht. Während im ersten Quartal noch 4,9 Milliarden Dollar an Venture Capital investiert wurde, waren es zuletzt nur noch 2,5 Milliarden Dollar Wagniskapital. Insgesamt wurde zwar mehr in die Tech-Unternehmen investiert, dazu trug aber maßgeblich ein 4,5 Milliarden Dollar schweres Investment in China bei.

Interessant ist allerdings, dass die Investitionen durch Banken in Fintechs gleichzeitig gestiegen sind. „Die Offenheit untereinander hat zwischen Banken und Fintechs zuletzt deutlich zugenommen“, sagt Sven Korschinowski, Experte für Zahlungsverkehr und Partner bei KPMG. Fintechs würden nicht mehr als Zerstörer und Gegner der Banken gesehen. Im Gegenteil, immer häufiger beteiligen sich Banken an Fintechs oder kaufen sie, wie ein aktuelles Beispiel zeigt.

Kauf

Selbst die Deutsche Bank, die bisher mit Fintechs vor allem „zusammenarbeiten“ wollte, erklärte nun erstmals, in Fintechs auch investieren zu wollen. Das verkündete Markus Pertlwieser, Digitalchef im Privatkundenbereich der Deutschen Bank, vergangene Woche in Berlin. Das Kapital soll aus einem 750-Millionen-Euro schweren Topf kommen, den die Bank für Digitalisierungsprojekte vorhält. Dafür arbeitet die Bank mit dem Start-up-Accelerator Plug and Play von Axel Springer zusammen. „Für uns ist das ein strategischer Schritt, um unser Kerngeschäft schneller zu digitalisieren und in neue digitale Geschäftsmodelle zu investieren“, sagte Pertlwieser.

Fintech-Revolutionäre

  • Robinhood

    Über eine App können Anleger ohne Gebühren in Aktien investieren (bislang nur in den USA).

  • TØ (T-Zero)

    Anleger sollen Wertpapiere künftig direkt über die Blockchain handeln (noch in der Testphase).

  • Scalable Capital

    Digitale Vermögensverwaltung per Algorithmus auch für Kleinanleger.

Eine der größten Übernahmen in der Bank-Fintech-Welt war der Kauf der Münchener Fidor Bank durch die französische Großbank BPCE, einem Pendant zu den deutschen Volksbanken. Bisher klingt alles nach einer Win-win-Situation. Während die Münchener sich freuen, den Start-up-Status endgültig hinter sich zu gelassen und einen verlässlichen Kapitalgeber gewonnen zu haben, wollen die Franzosen mit Fidor ihren digitalen Umbau voranbringen.  

Kooperationen

Vor der Kooperation mit Axel Springer hatte die Deutsche Bank stets betont, dass sie eng mit Fintechs zusammenarbeiten will, anstatt sie zu kopieren. „Wir ergänzen uns hervorragend“, sagte Bankchef John Cryan vor kurzem auf einer Branchentagung in Frankfurt.

So kooperiert die Bank beispielsweise seit April mit dem Hamburger Fintech Figo. Dadurch können Kunden der Bank über ihr Online-Banking gleichzeitig auf ihre Konten bei anderen Banken zugreifen und müssen diese nicht extra aufrufen. Banken könnten die Digitalisierung nicht alleine schaffen, kommentierte Privatkundenvorstand Christian Sewing die Zusammenarbeit.   

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