Bankenkritiker: Der Schrecken der Banker

Bankenkritiker: Der Schrecken der Banker

Bild vergrößern

EU-Parlament: Für Lobbyisten ein Traum - das soll sich durch Finance Watch ändern

von Silke Wettach

In Brüssel will die neue Organisation Finance Watch ein Gegengewicht zur mächtigen Finanzlobby bilden.

Es ist ein Fall von David gegen Goliath: Mit nur sieben Mitarbeitern will die Nichtregierungsorganisation Finance Watch den Kampf mit den rund 700 Brüsseler Finanzlobbyisten aufnehmen. Der biblische Vergleich gefällt Finance-Watch-Chef Thierry Philipponnat: „Am Schluss gewinnt in der Geschichte David.“

Die weltweiten Proteste gegen Banken verdeutlichen, dass ein Gegengewicht zur Finanzlobby notwendig ist, die die Regulierung systematisch ausbremst. Branchenfremde Expertise ist gefragt. So trat Philipponnat vergangene Woche in Berlin mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen auf einer Konferenz auf.

Anzeige

Finance Watch, getragen von 40 Organisationen wie der Gewerkschaft Verdi und der Hilfsorganisation Oxfam, will die Interessen der Gesellschaft in die Debatte einbringen. Auslöser für die Gründung war ein Hilferuf von 22 Europaabgeordneten. „Das Ungleichgewicht zwischen der Macht der Finanzlobby und mangelnden Gegenexpertisen erscheint uns als Gefahr für die Demokratie“, hieß es in dem Schreiben, dem sich mehr als 150 weitere Abgeordnete anschlossen.

Ex-Finanzberater als Beobachter

Heute drängen sich Banker um einen Termin bei Philipponnat, der bis zu seinem Ausstieg 2006 zwei Jahrzehnte lang Karriere in der Finanzbranche gemacht hat, unter anderem bei UBS und BNP Paribas. „Die Banker wollen wissen, mit wem sie es als Gegenspieler zu tun haben“, erzählt Philipponnat in seinem schmucklosen Büro nahe des Europaparlaments, „und wundern sich, dass sie keinen Typen in löchriger Jeans vor sich haben.“

Der 50-Jährige war zuletzt bei Amnesty International und hat nichts von einem Bankenschreck. „Es ist legitim, dass Banken Gewinne machen“, sagt er. Lobbyarbeit hält er nicht für verwerflich. Ihn ärgert indes, dass die Lobby ihre Interessen als die der Gesellschaft verkauft.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%