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Bankenskandal: HSBC soll Geldwäsche für Terroristen ermöglicht haben

Die Bankenskandale reißen nicht ab. Die Britische Großbank HSBC soll Milliarden für Geldwäscher und Dealer in die USA geschleust haben. Die Nordamerika-Chefin der Bank gesteht schwere Fehler.

The Angel of Independence monument stands in front of British bank HSBC's headquarters in Mexico City Quelle: REUTERS
Die britische HSBC Bank tritt den nächsten Skandal los: Sie musste eingestehen, mit laxen Kontrollen und undurchsichtigen Praktiken Geldwäsche ermöglicht zu haben. Der Chefaufseher der Bank muss deshalb gehen. Quelle: REUTERS

Als wäre die Manipulation von Libor und Euribor noch nicht genug gewesen, erschüttert ein weiterer schwerer Bankenskandal Großbritannien: Die britische Großbank HSBC soll über Jahre Geldwäsche unterstützt haben. Mit Transaktionen in Ländern wie Mexiko, Iran und Saudi-Arabien sollen HSBC-Filialen Milliarden in die USA transferiert und Drogenhändlern sowie Unterstützern des Terrorismus in die Hände gespielt haben, warf der US-Senat der Bank vor. Die Banker in der Londoner Zentrale hätten bei ihrer Aufsicht sträflich versagt. Senator Carl Levin sagte bei der Anhörung, dass die HSBC "US-Gesetze missachtet" und ihre Filialen in den USA als "Einfallstor für verdächtige Geschäfte in das amerikanische Finanzsystem" genutzt habe.

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Ungeprüfte Konten, verschleierte Transaktionen

Die Vorwürfe gegen die Bank sind in einem 340 Seiten langen Bericht eines Senatsausschusses enthalten. Immer wieder sei es HSBC-Filialen im Ausland möglich gewesen, Konten zu eröffnen, ohne dass diese einer Prüfung unterzogen wurden, hieß es. So seien etwa allein aus Mexiko innerhalb von zwei Jahren sieben Milliarden Dollar in die USA geschleust worden, obwohl US- und mexikanische Behörden wiederholt davor gewarnt hätten, dass es um Geld aus dem Drogenhandel gehe. „Mexiko hat eine Geschichte schwacher Anti-Geldwäsche-Gesetzen“, sagte Levin. Dennoch habe es keinerlei Überwachungs-oder Kontrollmaßnahmen gegeben. Des weiteren kritisierte der Bericht, HSBC habe zwischen 2001 und 2007 Transaktionen aus dem Nahen Osten verschleiert und durch das Kontrollsystem der USA geschleust. Das Volumen dieser rund 28 000 verdeckten Überweisungen - davon seien allein 25 000 in den Iran zurückzuverfolgen - belaufe sich auf 19,7 Milliarden Dollar. Zudem habe HSBC Geschäfte mit Banken getätigt, die bekannt für ihre Verbindung zu Al Kaida seien. Levin kritisierte aber auch die US-Aufsichtsbehörde OCC, die über "fünf Jahre hinweg die laxen Anti-Geldwäsche-Gesetze toleriert habe".

Chefaufseher nimmt seinen Hut

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HSBC zog sofort Konsequenzen. Irene Dorner, die Nordamerika-Chefin der Bank, entschuldigte sich im US-Kongress entschuldigt und Besserung gelobt. Sie bedauere die Fehler der Bank, sagte Dorner vor einem Senatsausschuss in Washington. Man habe umfassende Schritte unternommen, um die Defizite zu beheben. Es seien Änderungen in der Unternehmenskultur, der Struktur, der Regeln und beim Personal der Bank vorgenommen worden, um den US-Kontrollstandards zu genügen. So trat beispielsweise der Chefaufseher über die Unternehmenskultur, David Bagley, zurück. "Trotz bestmöglicher Anstrengungen und Absichten vieler Banker hat HSBC die eigenen Erwartungen und die der Aufsichtsbehörden nicht erfüllt", sagte Bagley. Der Fall HSBC wird in Großbritannien als weiterer Schlag für die Branche gewertet, die für das Land so wichtig ist.

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