Bankenstresstest: Deutsche Bank und Commerzbank fallen durch

Bankenstresstest: Deutsche Bank und Commerzbank fallen durch

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Die Commerzbank benötigt 5,3 Milliarden Euro, um die Kernkapitalquote von neun Prozent zu erreichen. Die europäische Bankenaufsicht EBA in London hat die Ergebnisse des mit Spannung erwarteten jüngsten Banken-Stresstests veröffentlicht.

Den deutschen Großbanken fehlen nach Berechnungen der EU-Bankenaufsicht EBA 13,1 Milliarden Euro. Sechs Banken rasseln durch. Am größten ist die Kapitallücke bei der Deutschen Bank und der Commerzbank.

Den europäischen Großbanken fehlen insgesamt 114,7 Milliarden Euro. Das hat die europäischen Bankenaufsicht EBA in ihrem aktuellen Stresstest ermittelt. „Der für die teilnehmenden deutschen Banken ermittelte Rekapitalisierungsbedarf beläuft sich auf insgesamt 13,1 Milliarden Euro und entfällt auf sechs der 13 Kreditinstitute“, sagte Sabine Lautenschläger, Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank.

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Dabei entfallen rund 65 Prozent des deutschen Kapitalbedarfs auf zwei Institute: die Commerzbank mit einem Kapitalbedarf von 5,3 Milliarden Euro und die Deutsche Bank mit einem Kapitalbedarf von 3,2 Milliarden Euro. Die Norddeutsche Landesbank benötigt knapp 2,5 Milliarden Euro, die Landesbank Hessen-Thüringen knapp 1,5 Milliarden. Die DZ Bank hat einen Kapitalbedarf von "nur" 353 Millionen Euro, um die Mindestkapitalquote von neun Prozent zu erreichen, bei der WestLB sind es 224 Millionen Euro.

Das Ergebnis der Helaba überrascht nicht

Für die Norddeutsche Landesbank sowie die Landesbank Hessen-Thüringen konnten die angekündigten und zum Teil im Dezember 2011 umgesetzten, kapitalerhöhenden Maßnahmen (Barkapitalzufuhr, Umwandlung stiller Einlagen in hartes Kernkapital) aufgrund der Stichtagsbetrachtung zum 30. September 2011 von der EBA nicht als regulatorisches Kapital anerkannt werden. Allerdings betont Sabine Lautenschläger: „Der Großteil des Kapitalbedarfs der Helaba und der NordLB ist bereits durch öffentlich angekündigte Kapitalmaßnahmen gedeckt“.

Die Kreditinstitute müssen den nationalen Aufsichtsbehörden bis zum 20. Januar 2012 ihre Pläne zum Erreichen der geforderten Kapitalausstattung vorlegen. Die Banken haben bereits begonnen, entsprechende Pläne zu erstellen und mit den Aufsichtsbehörden abzustimmen.

Um die Kapitalausstattung europäischer Banken im Schatten der europäischen Staatschuldenkrise zu stärken, haben die europäischen Staats- und Regierungschefs am 26. Oktober 2011 eine Bankenrekapitalisierung in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union beschlossen.

Damit soll in einer außerordentlichen Marktsituation das Vertrauen der Investoren in die Widerstandsfähigkeit der Banken gegenüber weiteren Schocks gestärkt werden. Die EBA hat im November 2011 in Zusammenarbeit mit den nationalen Aufsichtsbehörden die Datenerhebung und Berechnung des Kapitalbedarfs der insgesamt 71 teilnehmenden Banken koordiniert.  Aus Deutschland waren jene 13 Institute beteiligt, die bereits beim EU-weiten Stresstest im Sommer 2011 einbezogen worden waren.

Das Verfahren schmeckt nicht jedem

Mit Stresstests überprüfen Aufseher die Krisentauglichkeit von Banken. Doch das Verfahren ist umstritten. Kritiker halten vor allem der noch jungen europäischen Bankenaufsicht EBA vor, willkürliche Maßstäbe anzulegen - und damit eines der Hauptziele solcher Tests nicht zu erreichen: Mehr Vertrauen in die Finanzbranche zu schaffen.

Auch beim aktuellen Stresstest gab es Streit zwischen der EBA und den nationalen Aufsichtsbehörden. Deswegen verzögerte sich die Veröffentlichung der Ergebnisse mehrfach. Die Bundesbank und die deutschen Banken drangen darauf, dass die Londoner Behörde nicht zu strenge Kriterien anlegt und damit die Lage der ohnehin schon in der Euro-Schuldenkrise mit Finanzierungsproblemen kämpfenden Institute verschärft.

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