Bankenüberprüfung: Wackelkandidat Commerzbank besteht Stresstest

Bankenüberprüfung: Wackelkandidat Commerzbank besteht Stresstest

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Hauptsitz der Commerzbank in Frankfurt: Vorläufige Zahlen sprechen laut Insidern für zweitgrößte Bank.

Lange Zeit galt die zweitgrößte deutsche Bank als Wackelkandidat beim EZB-Stresstest. Nun hat die teilverstaatlichte Bank die Überprüfung offenbar bestanden – das behaupten zumindest Insider.

Die von Analysten als Wackelkandidat eingestufte Commerzbank hat den Gesundheitscheck der Europäischen Zentralbank (EZB) Insidern zufolge bestanden. Das zeichne sich nach den vorläufigen Ergebnissen ab, die die Aufseher den deutschen Banken in der vergangenen Woche erläutert haben, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. "Nach den Aufsichtsgesprächen deutet nichts darauf hin, dass die Commerzbank durchgefallen sein könnte", sagte einer der Insider am Montag.

Die zweitgrößte deutsche Bank hat milliardenschwere Bestände an riskanten Immobilien- und Schiffskrediten in der Bilanz, die von der im Stresstest simulierten Krise stark betroffen sein könnten. Doch die Kapitaldecke der Commerzbank reicht offenbar aus, um das abzufedern. Die Commerzbank-Aktie legte um mehr als drei Prozent zu.

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Ein in Stein eingelassenes Metallschild hängt an der Fassade einer Commerzbank-Filliale in Frankfurt am Main Quelle: dpa

Die EZB und die Londoner EU-Bankenaufsicht EBA prüfen in dem zweistufigen Test, ob die großen europäischen Geldhäuser vor der Übernahme der direkten Aufsicht durch die EZB stabil genug sind. Offizielle Ergebnisse für alle rund 130 Teilnehmer an der Belastungsprobe sollen am 26. Oktober vorgestellt werden.

Die EZB wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Eine Sprecherin sagte aber, alle Rückschlüsse auf den Ausgang des Tests seien hochspekulativ, weil noch keine endgültigen Zahlen vorlägen. Notenbanken, Aufseher und Banken feilschen noch bis zur letzten Minute um die Bewertungen in ihren Büchern. Die Commerzbank lehnte eine Stellungnahme ab.

24 deutsche Banken mussten sich zunächst einer Prüfung ihrer Bilanzen (AQR) von 2013 unterziehen, die im Auftrag der EZB von der Unternehmensberatung Oliver Wyman organisiert worden war. Keine deutsche Bank werde jetzt noch ein echtes Loch in ihrer Kapitaldecke stopfen müssen, hieß es im Umfeld der Prüfer. Zahlreiche Banken in Europa haben ihre Kapitalausstattung im Jahresverlauf schon aufgebessert.

Der Immobilienfinanzierer Münchener Hyp etwa hatte zwar einräumen müssen, dass er zum Stichtag 31. Dezember 2013 nicht auf die von der EZB geforderten acht Prozent hartes Kernkapital gekommen war. Er sammelte aber im Frühjahr rund 400 Millionen bei seinen Mitgliedern ein. Die DZ Bank holte sich 1,5 Milliarden Euro frisches Kapital bei den Mitgliedsbanken, die Deutsche Bank sogar 8,5 Milliarden Euro bei ihren Aktionären.

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