Basel-III-Lücke: Großbanken fehlen noch 200 Milliarden Euro

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Basel-III-Lücke: Großbanken fehlen noch 200 Milliarden Euro

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Die Skyline des Frankfurter Bankenviertels. Den Großbanken in aller Welt fehlen noch immer rund zwei Drittel zum Schließen der Basel-III-Lücke.

In fünf Jahren werden die strengen Kapitalvorschriften der "Basel III"-Regeln eingeführt. Die Großbanken haben noch einen weiten Weg vor sich: Weltweit fehlten ihnen im Juni gut 200 Milliarden Euro.

101 der weltweit größten Institute haben ihre Kapitaldecke zwischen Ende 2011 und Mitte 2012 um zusammen 176 Milliarden Euro aufgestockt. Zur Erfüllung der "Basel-III"-Regeln fehlen ihnen nach den Daten der Aufseher aber noch 208 Milliarden Euro. Doch diese Lücke ließe sich schließen, wenn die Geldhäuser im Schnitt gut die Hälfte eines Jahresgewinns einbehielten, statt ihn auszuschütten. Von Juli 2011 bis Juni 2012 verdienten die Institute zusammen 380 Milliarden Euro.

Blickt man auf Europa, so klafft bei den 44 Großbanken noch eine Lücke von 112 Milliarden Euro, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Im Vergleich zu der vorangegangenen Überprüfung zeigen sich aber Fortschritte: die harte Kernkapitalquote der europäischen Banken hat sich um 0,9 Prozentpunkte verbessert. Hierdurch sank auch der Kapitalbedarf der Großbanken um rund 86 Milliarden Euro.

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Die deutschen Großbanken kommen auf dem Weg zur Erfüllung der verschärften Kapitalvorschriften in großen Schritten voran. Nach einer Studie des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht haben die acht größten Institute des Landes ihre Eigenkapital-Lücke im ersten Halbjahr 2012 um fast ein Drittel auf 32 Milliarden Euro verkleinert, wie die Bundesbank mitteilte. Die für Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger lobte ihre Fortschritte. Die Kapitaldecke der deutschen Banken war mit 5,7 Prozent der Bilanzrisiken aber im Schnitt noch kleiner als die ihrer Konkurrenten im Ausland. Im Durchschnitt lag die Eigenkapitalquote der 101 größten Banken weltweit nach den künftigen Standards schon bei 8,5 Prozent.

Die Deutsche Bank hatte Mitte vergangenen Jahres - dem Stichtag der Umfrage - mit weniger als sechs Prozent ebenfalls noch deutlich unter den künftigen Anforderungen gelegen. Sieben Prozent ihrer Bilanzrisiken müssen die Institute einschließlich eines Sicherheitspuffers nach den neuen "Basel-III"-Regeln vorhalten, um in einer nächsten Bankenkrise nicht wieder den Steuerzahler zur Kasse bitten zu müssen. Für die weltweit knapp 30 größten Banken, darunter die Deutsche Bank, gelten noch höhere Quoten von bis zu neun Prozent. Basel III wird aber erst bis 2018 schrittweise eingeführt. Zum Jahresende 2012 kam der deutsche Branchenprimus bereits auf eine Quote von deutlich mehr als sieben Prozent, vor allem weil er seine Bilanzrisiken reduziert hat.

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25 kleinere deutsche Banken mit einem Eigenkapital von drei Milliarden Euro und weniger, die an der Umfrage der Aufseher teilgenommen hatten, kamen nach den Bundesbank-Daten bereits im Juni 2012 auf 8,5 Prozent. Weltweit erreichten Institute dieser Größe im Mittel 9,0 Prozent.

Die Regeln sind seit Ende 2010 größtenteils bekannt, in den USA sind sie aber noch nicht geltendes Recht. In der EU sollen sie noch in dieser Woche beschlossen werden. An den Märkten werden den Banken gleichwohl heute schon dickere Kapitalpolster abverlangt. Basel III setzt die Institute doppelt unter Druck. Zum einen werden Kapitalinstrumente, die sich in Krisen als wenig widerstandsfähig gezeigt hatten, nicht länger anerkannt. Das lässt ihre Kapitalpuffer im Schnitt um mehr als ein Viertel schrumpfen. Zum anderen müssen riskante Wertpapiere und Kredite mit mehr Eigenkapital unterlegt werden, im Schnitt wachsen die Bilanzrisiken dadurch um 16,1 Prozent.

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