Bayern LB-Strafprozess: "Sportförderung ist Aufgabe eines Politikers"

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Bayern LB-Strafprozess: "Sportförderung ist Aufgabe eines Politikers"

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In München hat der Bayern LB-Strafprozess begonnen

von Matthias Kamp

Der Verteidiger des angeklagten früheren Vorstandschefs der Landesbank versucht, die Bestechungsvorwürfe der Staatsanwaltschaft zu zerpflücken.

Jörg Haider hielt sich offenbar nicht mit bescheidenen Forderungen auf, er ging gleich in die Vollen. Zehn Millionen Euro soll der inzwischen verstorbene Kärntner Landeshauptmann Anfang 2007 von der Bayern LB als Sponsoring für den örtlichen Fußball gefordert haben. So sieht es zumindest die Münchner Staatsanwaltschaft, die im Strafprozess gegen sieben frühere Vorstände des bayerischen Geldhauses heute die Anklage verlesen hat. Im Gegenzug habe Haider der Bayern LB grünes Licht geben wollen für den Erwerb der Kärntner Bank Hypo Group Alpe Adria (HGGA).

Am Ende, so wollen die Münchner Staatsanwälte herausgefunden haben, habe der damalige Bayern-LB-Chef Werner Schmidt, der heute in München vor Gericht steht, den Kärntner Landeshauptmann immerhin noch auf fünf Millionen Euro herunterhandeln können. Außerdem hätten sich die Bayern LB und die HGAA die Summe geteilt. Nichtsdestotrotz seien die an Kärnten gezahlten Sponsorengelder Bestechung, meinen die Ankläger. Der Erwerb der HGAA entpuppte sich für Bayern als Milliardengrab. Bei 3,7 Milliarden Euro lag der Schaden für die deutschen Steuerzahler am Ende.

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Klaus Volk ist Schmidts Verteidiger. Er gilt als alter Fuchs in Wirtschaftsstrafsachen, hat schon den früheren Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, im Mannesmann-Prozess verteidigt. Er findet nichts Anrüchiges am Fußballsponsoring in Kärnten durch die Bayern LB. „Sportförderung ist Aufgabe von Politikern“, sagte Volk heute am Rande des Prozesses in München, und damit auch das Einwerben von Sponsorengeldern. Dass Banken den Fußball sponsern, sei ebenfalls nicht ungewöhnlich, sagte Volk.

Auch den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, die Bayern LB habe für die HGAA 550 Millionen Euro zu viel gezahlt, will Schmidts Verteidiger Volk nicht gelten lassen. So etwas sei unternehmerischer Ermessensspielraum, sagte der Rechtsanwalt. Der Untreue-Vorwurf der Ankläger an die ehemaligen Bankvorstände sei schon dadurch entkräftet, dass der Vorsitzende Richter Joachim Eckert ihn erst nicht habe zulassen wollen und erst nach Protesten der Staatsanwaltschaft wieder aufgenommen habe. Volk: „Der Verwaltungsrat der Bayern LB wurde nicht getäuscht.“

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