Bei Aktionärstreffen: Deutsche Bank will Boni-Grenze verdoppeln

Bei Aktionärstreffen: Deutsche Bank will Boni-Grenze verdoppeln

, aktualisiert 10. April 2014, 11:08 Uhr
Bild vergrößern

Zwei Attac-Aktivisten mit Masken der Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Anshu Jain (r) und Jürgen Fitschen.

Bekommen Deutsche-Bank-Manager bald doppelt so hohe Boni wie bisher? Das Institut will seine Aktionäre über eine Anhebung der Obergrenze abstimmen lassen. Bei einer Ablehnung gibt es noch einen Plan B.

Die Deutsche Bank will die Obergrenze für Boni verdoppeln. Damit will der Konzern die neuen rechtlichen Vorgaben zur Begrenzung von Bonuszahlungen voll ausschöpfen. Bei der Hauptversammlung (HV) am 22. Mai sollen die Aktionäre darüber abstimmen, ob die Bank die Obergrenze für die variablen Gehaltsbestandteile für die Beschäftigten verdoppelt, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Einladung für das Aktionärstreffen hervorgeht.

Folge der Neuregelung seien nicht automatisch höhere Bonuszahlungen, betonte ein Sprecher der Bank. Die Deutsche Bank wolle sich angesichts neuer Regeln der Europäischen Union mehr Flexibilität verschaffen. Die neuen Regeln schreiben Banken vor, dass Boni für einen Mitarbeiter von diesem Jahr an maximal so hoch sein dürfen wie dessen Grundgehalt. Dieses Verhältnis darf erhöht werden, wenn die Hauptversammlung einer Bank dies ausdrücklich beschließt. Dann dürfen Boni maximal doppelt so hoch sein wie die Fixgehälter.

Anzeige

Die Zustimmung der Aktionäre zur Anhebung des Bonus-Deckels gilt als Formsache. Sollte die Bank mit ihrem Vorschlag bei den Aktionären wider Erwarten nicht durchkommen, hat sie einen Plan B in der Tasche: Dann dürfte das Institut die Grundgehälter der Führungskräfte deutlich anheben, heißt es in Finanzkreisen.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende und Aufsichtsratsvize der Deutschen Bank, Alfred Herling, rechnet mit einem positiven Votum der Hauptversammlung zu der 2:1-Regelung: „Das ist ein vernünftiger Vorschlag, um die Fixkosten der Bank im Griff zu behalten“, sagte Herling der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt. Das sei auch im Sinne der Investoren.

Mit der neuen Bonusgrenze will die Politik Banker zu vorsichtigerem Verhalten bringen. Boni gelten als Mitauslöser der Finanzkrise der Jahre 2008/2009, weil sie Banker zu hohen Risiken verleiteten. Die Deutsche Bank hat ihr Vergütungssystem zuletzt bereits verändert. So wird ein Großteil der Boni nicht mehr sofort, sondern erst mit einigen Jahren Verzögerung ausgezahlt. Das soll den Anreiz für nur kurzfristig erfolgreiche, waghalsige Geschäfte nehmen.

Das Institut will sich von ihren Aktionären zudem auch grünes Licht für eine weitere Stärkung ihrer Kapitaldecke holen. In der HV-Einladung findet sich der Antrag auf Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und Wandelgenussscheinen und anderen hybriden Schuldverschreibungen, die von den Regulierern als zusätzliches Kernkapital (AT1) anerkannt werden. Darunter fallen auch die neuartigen "CoCo"-Anleihen (Contingent Convertible Bonds). Diese werden im Krisenfall automatisch in Eigenkapital umgewandelt, wenn der Kapitalpuffer der Bank unter eine bestimmte Schwelle sinkt.

Weitere Artikel

Finanzchef Stefan Krause hatte bereits im Januar erklärt, die Ausgabe von CoCo-Bonds sei für die Bank eine Option, um das Kapital etwa in den USA zu stärken. Bis Ende 2015 will Deutschlands größtes Geldhaus nach früheren Angaben AT1-Papiere im Volumen von fünf Milliarden Euro begeben, um die strengeren Basel-III-Eigenkapitalregeln zu erfüllen.

Für CoCos warten die deutschen Institute noch auf das letzte Wort von Politik und Finanzaufsicht BaFin. So ist noch unklar, ob die Banken die Zinsen auf die vergleichsweise teuren Anleihen als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen können. Dazu müssten sie auch steuerlich als Fremdkapital anerkannt werden.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%