Belgisch-französische Pleitebank: Dexia macht 10.500.000.000 Euro Verlust

Belgisch-französische Pleitebank: Dexia macht 10.500.000.000 Euro Verlust

, aktualisiert 09. November 2011, 14:34 Uhr
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Dexia hat einen historischen Verlust eingefahren.

von Tino AndresenQuelle:Handelsblatt Online

Der in Zerschlagung befindliche belgisch-französische Staatsfinanzierer Dexia hat heute statt Quartalszahlen ein Statement zur Geschäftsentwicklung nach neun Monaten vorgelegt. Der Verlust der Bank ist gewaltig.

ParisDer Pro-Forma-Verlust nach neun Monaten beläuft sich auf 10,5 Milliarden Euro. Der Verkauf der Dexia Bank Belgium an den belgischen Staat hat das Geldhaus dabei mit mehr als vier Milliarden Euro belastet, der Wertverfall durch Abschreibungen griechischer Staatsanleihen um 55 Prozent mit weiteren 2,7 Milliarden Euro. Die Folgen für das Eigenkapital sind schwer wiegend: Es ist seit Ende Juni von 5,4 Milliarden Euro auf 1,1 Milliarden Euro geschrumpft.

Als Staatsfinanzierer besitzt Dexia viele Staatsanleihen aus den Euro-Krisenstaaten Griechenland und Italien. Durch ihr Geschäftsmodell zieht die Bank also das Misstrauen auf sich. Zugleich muss sie in großem Umfang auf kurzfristige Kredite zurückgreifen. Das ist ein Problem, weil das Institut stark auf den Kapitalmarkt angewiesen ist und nicht im großen Stil mit Privatkundeneinlagen arbeiten kann. Als Pierre Mariani im Oktober 2008 als Dexia-Chef angetreten ist, hatte die Bank einen kurzfristigen Liquiditätsbedarf von 265 Milliarden Euro, der sich inzwischen erheblich verringert hat.

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Der Verkauf des belgischen Teils von Dexia hat nicht nur einen Verlust beschert, sondern an anderer Stelle auch für Entlastung gesorgt: So konnte die aufgeblähte Bilanz um 150 Milliarden Euro verkleinert werden, auf immer noch beachtliche 412 Milliarden Euro.

Mariani, den der Verwaltungsrat mit der Zerschlagung des Geldhauses beauftragt hat, wird sie durch zusätzliche Verkäufe weiter reduzieren. Für die Privatbanktochter des Instituts in Luxemburg interessiert sich ein Investor, mit dem exklusive Verhandlungen laufen. Es soll sich um den Staatsfonds von Katar handeln, der offenbar bereit ist, 900 Millionen Euro zu bezahlen. Zum Verkauf steht zudem unter anderem die türkische Tochter Denizbank, für die ein Milliardenerlös erwartet wird. Deren Bücher sollen laut Mariani kommende Woche für Interessenten geöffnet werden.

Frankreich steht für 36,5 Prozent der Staatsgarantien für Dexia in Höhe von insgesamt 90 Milliarden Euro gerade, Belgien für 60,5 Prozent und Luxemburg für drei Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
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