Bilanz 2012: Commerzbank-Chef Blessing verzichtet auf Bonus

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Bilanz 2012: Commerzbank-Chef Blessing verzichtet auf Bonus

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Der CEO der Commerzbank, Martin Blessing. Er verzichtet zu Gunsten der Zinsrückzahlungen an den Staat auf seinen ganzen Bonus

von Mark Fehr

Altlasten verhageln Deutschlands zweitgrößter Bank das Ergebnis 2012. Doch es gibt nicht nur schlechte Nachrichten.

Die Commerzbank schließt das Jahr 2012 mit einer schwarzen Null ab. Unterm Strich bleibt ein Konzernergebnis von nur sechs Millionen Euro stehen. Das Institut hatte seine Aktionäre bereits vor dem heutigen Veröffentlichungstermin vor den schlechten Zahlen gewarnt. Negativ zu Buche schlagen vor allem Aufwendungen für Altlasten wie Rückstellungen und Abschreibungen für notleidende Schiffs- und Immobilienkredite sowie Verluste aus dem Verkauf der Bank Forum in der Ukraine.

Wegen künftig niedrigerer Gewinnaussichten muss die Commerzbank zudem latente Steuerguthaben nach unten korrigieren. Denkt man sich diese außergewöhnlichen Effekte weg, fällt das operative Ergebnis des Instituts aber sogar wesentlich besser aus als 2011. Im Vorjahr hatte die Bank rund eine halbe Milliarde Euro verdient, 2012 1,2 Milliarden Euro. "Der Commerzbank-Konzern ist im Jahr 2012 operativ weiter vorangekommen", sagte CEO Martin Blessing.

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Der Manager hat auch eine gute Nachricht für die Steuerzahler parat, die seine Bank seit der Finanzkrise mit einer Aktienbeteiligung von 25 Prozent sowie dem Rest einer weitgehend zurückgezahlten stillen Einlage stützen. Wegen des positiven Jahresüberschusses nach deutschem Handelsrecht zahlt die Commerzbank nun erstmals Zinsen an den Staat. Auf eine Dividende für 2012 müssen die Aktionäre – und damit auch der Bankenrettungsfonds Soffin – allerdings verzichten.

Verbeugung vor der Belegschaft

Wegen der schlechten Zahlen kürzt die Commerzbank die Boni und variablen Vergütungen für Mitarbeiter deutlich. Chef Blessing verzichtet auf seinen Bonus für das Jahr 2012 komplett, was sein Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller als eine "sehr ehrenwerte Entscheidung" bezeichnete. Blessings Verzicht lässt sich auch als Kotau vor der Belegschaft verstehen. Denn den Beschäftigten stößt sauer auf, dass kürzlich Streichungen von bis zu 6000 Jobs angekündigt wurden, nachdem der Aufsichtsrat den Gehaltsdeckel für die Commerzbank-Vorstände vor der Hauptversammlung 2012 aufgehoben hatte.

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Insgesamt fällt Blessings Vergütung deutlich niedriger aus als die anderer Dax-Konzernlenker. Schon allein deshalb ist der Banker um seinen Job derzeit nicht zu beneiden. Zudem hat Aufsichtsratschef Müller ihn beim Umbau der Commerzbank unter steigenden Erfolgsdruck gesetzt. "Aus Sicht des Aufsichtsrats ist entscheidend, dass der Vorstand die von ihm selbst gesetzten Ziele bis 2016 erreicht", sagte Chef-Kontrolleur Müller kürzlich im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

Nach Müllers Ansicht ist Blessing zwar kein Bankchef auf Bewährung. "Aber eines ist klar: Wenn der Vorstand seine Ziele ohne sehr triftige Gründe verfehlt und die erwartete Leistung nicht bringt, muss der Aufsichtsrat handeln", so Müller. Das sei ein ganz normaler Vorgang.

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