BrandIndex: Verbraucher und Deutsche Bank ignorieren sich gegenseitig

kolumneBrandIndex: Verbraucher und Deutsche Bank ignorieren sich gegenseitig

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Die Deutsche Bank muss sich neu erfinden, wenn sie das Privatkundengeschäft tatsächlich ernst nehmen will

Kolumne von Holger Geißler

Die Deutsche Bank will die Postbank loswerden, gleichzeitig aber am Privatkundengeschäft festhalten. Doch Verbraucher interessieren sich immer weniger für die Angebote der Bank, die sich ihrerseits desinteressiert gibt.

Die Deutsche Bank hatte die Postbank einst übernommen, um einen kürzeren Draht zu mehr Privatkunden zu haben. Die Rechnung ging nicht auf, das zeigt sich auch im YouGov-Markenmonitor BrandIndex, für den wir täglich Verbraucher befragen.

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Zur Strategie der Deutschen Bank gehörte es, Postbank-Kunden Produkte des eigenen Hauses schmackhaft zu machen. Doch tatsächlich interessieren sich Postbank-Kunden aktuell nur wenig stärker für die Angebote der Deutschen Bank als der Durchschnitt der Verbraucher. Nur 14 Prozent von ihnen können sich grundsätzlich vorstellen, Kunde der Deutschen Bank zu werden. Viel naheliegender sind für Postbank-Kunden die Angebote von Sparkassen (30 Prozent) oder Volks- und Raiffeisenbanken (17 Prozent).

Doch die Deutsche Bank will am Privatkundengeschäft festhalten – und auch am Filialgeschäft. Allerdings sollen etwa 200 von 700 Filialen geschlossen werden. Wie dennoch neue Kunden überzeugt werden sollen, bleibt unklar. Schon jetzt ist die Deutsche Bank lediglich im Mittelfeld der Filialbanken – bezüglich der Frage, von welchem Unternehmen man sich grundsätzlich vorstellen kann eine Finanzdienstleistung in Anspruch zu nehmen. Die Tochter Postbank liegt in diesem Wert noch 6 Punkte vor der Konzernmutter.

Gegenseitiges Desinteresse

Hinzu kommt ein fast schon desaströses Gesamtimage im Vergleich zu den weiteren 29 Finanzunternehmen in unserem Brandindex. Unser Indexwert, der mehrere Bewertungskategorien auf einer Skala von -100 bis +100 zusammenfasst, steht für die Deutsche Bank derzeit bei -6 Punkten. Das ist Platz 29 von 30. Angeführt wird das Ranking von Finanzunternehmen, die gefühlt ungefähr das Gegenteil der Deutsche Bank sind: Paypal (+37 Punkte) und die Direktbank ING-Diba (+28).

Schrumpfkur Deutsche Bank will 200 Filialen schließen

Im Zuge ihres harten Kurswechsels will die Deutsche Bank weitere Milliarden einsparen. Dafür sollen hunderte Filialen geschlossen, die Postbank abgestoßen und die Investmentbank in ihre Geschäftsfeldern begrenzt werden.

Im Zuge ihres harten Kurswechsels will die Deutsche Bank weitere Milliarden einsparen Quelle: REUTERS

Das legt den Schluss nahe, dass die Deutsche Bank sich neu erfinden muss, wenn sie das Privatkundengeschäft tatsächlich ernst nehmen will. Denn so wie die Deutsche Bank bisher in der breiten Bevölkerung da steht, sind im BrandIndex kaum Stärken auszumachen, auf denen sich aufbauen ließe. Selbst die Qualität der meisten anderen Finanzhäuser wird besser bewertet.

Man kann jetzt einwenden, dass die breite Bevölkerung ja gar nicht die Zielgruppe der Deutsche Bank ist und man stattdessen auf die vermögenden Privatkunden abzielt. Aber es schadet ja nun auch nichts, wenn eine Marke auch über die Kernzielgruppe hinaus eine Anziehungskraft besitzt, wie das bei vielen Luxus-Brands der Fall ist.

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Bisher scheint sich die Deutsche Bank kaum für Privatkunden zu interessieren. Verbraucher geben im BrandIndex gleichbleibend an, dass sie sich an deutlich weniger Werbung der Deutsche Bank erinnern können als von anderen Finanzunternehmen.

Nur acht Prozent sagen derzeit, in den vergangenen zwei Wochen Werbung für die Deutsche Bank gesehen zu haben. Die Werbung von Sparkassen und ING-Diba erreicht hingegen fast ein Drittel der Verbraucher, die die jeweiligen Marken kennen.

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