
Am kommenden Dienstag wird Antony Jenkins seine Strategie für die britische Großbank Barclays vorstellen. Spätestens dann wird klar sein, wie ernst es der neue Vorstandschef mit dem versprochenen Kulturwandel für das skandalgeplagte Geldhaus meint. Aber die ersten Details von Jenkins Plänen sickern bereits durch, und sie sprechen dafür, dass der Manager zumindest einige öffentlichkeitswirksame Änderungen plant, um sich vom Erbe seines in Ungnade gefallenen Vorgängers Bob Diamond zu verabschieden.
So wird Jenkins nach Informationen aus Finanzkreisen nicht nur rund 2000 Jobs im Investmentbanking streichen, er wird sich auch vom umstrittenen Geschäft mit Steuersparmodellen verabschieden. Jenkins rückte im vergangenen Sommer an die Spitze von Barclays nachdem der Skandal um die Manipulation des globalen Referenzzinses Libor Vorstandschef Diamond und zwei weitere Top-Managern den Job gekostet hatte.
Das Steuerspargeschäft gehört zum Bereich Structured Capital Markets und war in Boomzeiten das Symbol für die aggressive Strategie der Bank unter Ägide des amerikanischen Investmentbankers Diamond. Aufgabe von Structured Capital Markets (SCM) war es, große Konzerne zu beraten, wie sie am besten Steuern sparen und umgehen konnten. Das komplexe Netz an Steueroasen hinter dieser Strategie nutzte die Bank auch selbst. 2009 bezahlte Barclays nur 113 Millionen Pfund Unternehmenssteuern in Großbritannien, obwohl das Geldhaus in jenem Jahr einen Gewinn von über vier Milliarden Pfund erzielte.
Bild: REUTERSPlatz 15: Die staatsgeführte Bank of China ist nicht nur das zweitgrößte, sondern auch das älteste Geldinstitut der Volksrepublik. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich die Bank of China in Sachen Markenwert um zwei Plätze steigern. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 12,86 Milliarden US-Dollar. Die Ergebnisse stammen vom Brand Finance Banking 500 - einer Erhebung, die das amerikanische Beratungsunternehmen Brandfinance mit dem Fachblatt "Te Banker" erarbeitet hat.
Bild: dapdPlatz 14: Das größte Kreditinstitut der Bundesrepublik, die Deutsche Bank, konnte 2011 trotz der europäischen Banken-Krise respektable Ergebnisse vorlegen. Die Universalbank konnte ihre Vorjahres-Platzierung erneut verteidigen. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 12,9 Milliarden US-Dollar.
Bild: dpaPlatz 13: Die Banco Itaú ist die größte Bank in Brasilien und ganz Lateinamerika. Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der Fusion der beiden Banken Banco Itaú und der Unibanco. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Geldhaus zwei Plätze eingebüßt. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 13,2 Milliarden US-Dollar.
Bild: REUTERSPlatz 12: Die drittgrößte Bank Großbritanniens ist im Vergleich zum Vorjahr um ganze fünf Plätze nach unten gerutscht. Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten sind 2011 auch an Barclays nicht spurlos vorübergegangen. Dennoch übertrifft das international agierende Finanzunternehmen in Sachen Markenwert alle anderen britischen Bankhäuser, abgesehen von HBSC. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 13,6 Milliarden US-Dollar.
Bild: REUTERSPlatz 11: Gemessen an der Bilanzsumme ist die Industrial & Commercial Bank of China (ICBC) die größte Bank Chinas. Dennoch musste das Haus in Sachen Markenwert einen kleinen Verlust hinnehmen - im Vergleich zum Vorjahr fiel das Unternehmen drei Plätze nach unten. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 15,2 Milliarden US-Dollar.
Bild: dpaPlatz 10: Die China Construction Bank (CCB) gehört zu den vier größten Banken der Volksrepublik. In Sachen Markenwert hat es das Geldhaus nicht nur geschafft, den Konkurrenten ICBC zu überrunden, sondern auch die Spitzenposition unter den chinesischen Banken einzunehmen. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 15,5 Milliarden US-Dollar.
Bild: PressePlatz 9: Die Banco Bradesco gehört zu den vier größten Banken Brasiliens. Im Vergleich zum Vorjahr büßte das Geldinstitut drei Plätze in Sachen Markenwert ein, ist unter den brasilianischen Konkurrenten aber immer noch Spitzenreiter. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 15,7 Milliarden US-Dollar.
Bild: REUTERSPlatz 8: BNP Paribas ist nicht nur eine der führenden Banken Frankreichs sondern auch ganz Europas - auch in Sachen Markenwert. Das Geldinstitut konnte im Vergleich zum Vorjahr sogar vier Plätze zulegen. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 16,8 Milliarden US-Dollar.
Bild: dapdPlatz 7: Der US-Kreditkartenkonzern American Express hat dank der Ausgabenfreude seiner überdurchschnittlich wohlhabenden Kunden und einer Verlangsamung des Kostenanstiegs im vierten Quartal einen höheren Gewinn als erwartet erzielt. Auch der Markenwert viel weit besser aus als im Vorjahr - das Unternehmen hat sich ganze fünf Ränge nach vorne gekämpft. Damit gelang dem Unternehmen der größte Sprung nach oben – mit einem Plus von 2,7 Milliarden. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 18,2 Milliarden US-Dollar.
Bild: REUTERSPlatz 6: Ebenfalls über eine Sprung nach oben darf sich die US-Großbank Citigroup freuen. Der weltweit größte Finanzdienstleister für Privatkunden legte beim Markenwert im Vergleich zum Vorjahr (Platz 9) drei Plätze zu. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 18,6 Milliarden US-Dollar.
Platz 15: Die staatsgeführte Bank of China ist nicht nur das zweitgrößte, sondern auch das älteste Geldinstitut der Volksrepublik. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich die Bank of China in Sachen Markenwert um zwei Plätze steigern. Der aktuelle Markenwert des Hauses liegt bei rund 12,86 Milliarden US-Dollar. Die Ergebnisse stammen vom Brand Finance Banking 500 - einer Erhebung, die das amerikanische Beratungsunternehmen Brandfinance mit dem Fachblatt "Te Banker" erarbeitet hat.
Geführt wurde das SCM-Geschäft von einer der schillerndsten Figuren der Londoner City. Roger Jenkins war lange Zeit einer der bestbezahlten Banker in Europas wichtigstem Finanzzentrum. Allein 2005 soll der Schotte, der für sein Heimatland schon im 400-Meter-Lauf antrat, britischen Medien zufolge 40 Millionen Pfund kassiert haben. Zum Vergleich: Der gesamte Vorstand von Barclays verdiente in jenem Jahr lediglich knapp 13 Millionen Pfund.
Weitere Veränderungen geplant
Bevor Jenkins sich 2009 für kurze Zeit selbstständig machte, leitete er das Investment-Banking der Briten im Nahen Osten und fädelte für Barclays 2008 eine Kapitalerhöhung über sieben Milliarden Pfund durch das Scheichtum Katar ein. So kam die Bank ohne direkte Staatshilfen durch die Finanzkrise. Inzwischen untersuchen die britische Finanzaufsicht FSA und das Betrugsdezernat allerdings, ob bei der Kapitalerhöhung alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Heute arbeitet Roger Jenkins für die brasilianische Investmentbank BTG Pactual.
Wenn sein Namensvetter Antony Jenkins am Dienstag seine neue Strategie vorstellen wird, erwarten Analysten neben dem Ende des Steuerspargeschäfts eine Reihe weiterer Veränderungen. Dazu zählt beispielsweise der Ausstieg aus dem asiatischen Aktiengeschäft. Aber neben diesen Bereinigungen des Geschäftsportfolios warten die Investoren vor allem auf weitere Details zum Kulturwandel.
Jenkins hat bereits einen Katalog an ethischen Prinzipien festgelegt und klar gemacht, dass die Boni der Banker künftig nicht nur von den Gewinnen sondern auch von der Einhaltung dieser Prinzipien abhängen werden. Experten gehen davon aus, dass die Bank ihre Prämien für das vergangene Jahr um 10 bis 20 Prozent zusammenstreichen wird.
Geld hat die Bank nebenbei auch noch verdient. Die Analysten erwarten einen bereinigten Gewinn vor Steuern von über sieben Milliarden Pfund nach knapp sechs Milliarden 2011.
























