Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret: Bankenstresstest wird pünktlich beendet

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Andreas Dombret

von Angela Hennersdorf und Malte Fischer

Der laufende Stresstest von 128 Banken in Europa wird nach Angaben von Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret pünktlich Ende August abgeschlossen sein.

Durch den Zeitverzug aufgrund der umfangreichen Fragen der Wirtschaftsprüfer und die zum Teil verzögerte Datenlieferung der Banken lagen wir kurzfristig hinter dem Plan zurück. Die Verspätung ist größtenteils wieder aufgeholt“, sagte Dombret in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. „Wir gehen davon aus, die Bilanzprüfung und den Stresstest wie geplant abzuschließen. Die Bilanzprüfung inklusive aller Qualitätssicherungen wird bis zum 31. August abgeschlossen sein.“
Dabei betont Dombret die im Vergleich zum Stresstest 2011 deutlich höhere Qualität der Prüfungen. „Dem Stresstest ist dieses Mal zusätzlich ein Bilanzcheck vorgeschaltet, der von der EZB verantwortet wird. Die Prüfung geht diesmal insgesamt also viel tiefer“, so der Notenbanker. „Zwar lässt sich nicht jede einzelne Bilanzposition prüfen, aber mindestens die Hälfte – und zwar die risikoreicheren Engagements – wird durchleuchtet. Entscheidend ist, dass wir die kritischen Positionen unter die Lupe nehmen.“

EZB nicht zur Bad Bank machen

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Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) für den Herbst in Aussicht gestellte Belebung des Marktes für forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) hat Andreas Dombret abgelehnt. „Ich bin der Auffassung, dass der Kauf von forderungsbesicherten Wertpapieren kein Instrument der Geldpolitik ist. Zentralbanken sollten den Banken nicht die Kreditrisiken abnehmen“, sagte Dombret im Interview mit der Wirtschaftswoche. „Die EZB darf nicht zur Bad Bank des Euro-Raums werden“, begründete der Notenbanker seine ablehnende Haltung.

Die Einschätzung von Kreditrisiken sei die Aufgabe von Banken, nicht der EZB. „Verbriefung ist grundsätzlich nichts Schlechtes, erfordert jedoch eine gute Datenlage und ausreichende Transparenz, damit Investoren die Risiken richtig einschätzen können. Dies zu tun ist Sache der Marktteilnehmer selbst“, so Dombret.

Trennbankensystem passt nicht zu Europa

Die Einführung eines Trennbankensystems in Europa stößt auf den Wiederstand der Deutschen Bundesbank. „Das Universalbankensystem durch ein Trennbankensystem zu ersetzen, scheint mir nicht der richtige Weg zu sein“, sagte das Vorstandsmitglied der Bundesbank, Andreas Dombret, im Interview mit der WirtschaftsWoche. Universalbanken könnten zur Stabilität des Finanzsystems beitragen; weil Risiken ausgeglichen werden könnten. „Läuft ein Geschäftsbereich schlecht, können andere Geschäftsbereiche dies kompensieren. Während der Krise haben wir gesehen, dass es vor allem reine Investmentbanken und reine Kreditbanken waren, die gescheitert sind“, betonte der Bundesbanker.

Bei der Bankenstrukturreform in Europa gehe es auch darum, die Komplexität von Banken zu reduzieren, um sie im Krisenfall leichter abwickeln zu können, ohne dass das gesamte System in Schieflage gerate, sagte Dombret. „Die Vorschläge, die in Deutschland und Frankreich entwickelt wurden, sehen etwa vor, den Eigenhandel der Banken innerhalb der Bankengruppe von den übrigen Geschäftsbereichen zu trennen.“

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