Claudia Buch: Bundesbank-Vize gegen Schuldenerlass für Griechenland

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Die Vizepräsidentin der Bundesbank, Claudia Buch.

von Mark Fehr

Bundesbank-Vize Buch warnt vor indirekten Folgen der Griechenland-Krise und der EZB-Geldpolitik.

Die Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank, Claudia Buch, warnt angesichts der sich zuspitzenden Griechenland-Krise vor einer indirekten Ansteckung des europäischen Finanzsystems. „Ausschließen lassen sich Ansteckungseffekte natürlich nie“, sagte Buch der WirtschaftsWoche. Eine Ansteckung könne auch über allgemein sinkendes Vertrauen der Marktteilnehmer entstehen. Daher sei es jetzt wichtig, schnell Klarheit über den Reformkurs Griechenlands zu bekommen. Die Gefahr einer direkten Ansteckung durch ausfallende Forderungen sei dagegen geringer als vor ein paar Jahren, denn die ausländischen Banken hätten ihre Kredite an griechische Schuldner stark reduziert.

Den von der neuen griechischen Regierung geforderten Schuldenerlass lehnt die Vizepräsidentin der Bundesbank ab, weil er die Probleme des Landes nicht löse. „Die Debatte über einen Schuldenschnitt sorgt für zusätzliche Unsicherheit, daher halte ich sie nicht für hilfreich“, sagte Buch.

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Baldige Entscheidung Wirtschaftsweise Claudia Buch wird Bundesbank-Vize

Die Bundesregierung streitet darüber, wen sie an die Spitze der Bundesbank schickt. Nicht nur fachliche Qualifikation zählt - es geht vor allem auch um das richtige Parteibuch. Nun soll eine Entscheidung gefallen sein.

Die Bundesregierung streitet darüber, wen sie an die Spitze der Bundesbank schickt. Quelle: dpa

Buch sieht zudem Nebenwirkungen durch die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. „In einem solchen Umfeld entstehen Anreize, bei der Suche nach Rendite die Risiken aus dem Blick zu verlieren“, sagte Buch im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Grund für die niedrigen Zinsen sei neben der expansiven Geldpolitik aber auch die schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Europa.

Mit Blick auf die umstrittenen Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank sagte Buch: „Das Programm startet erst, wir kennen die Wirkungen also noch nicht.“ Aus der Vergangenheit sei allerdings bekannt, dass expansive Geldpolitik und langfristig niedrige Zinsen zu riskanteren Anlagen führen könnten. Das sei mit dem Kauf von Staatsanleihen auch beabsichtigt. Das Programm ziele darauf ab, Investitionen in Unternehmenskredite, Unternehmensanleihen oder Aktien zu lenken, um die Finanzierung der Realwirtschaft anzukurbeln.

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