Commerzbank-Chef : Blessing will Sanierung selbst zu Ende bringen

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Commerzbank-Chef : Blessing will Sanierung selbst zu Ende bringen

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Martin Blessing lenkt seit 2008 Deutschlands zweitgrößte Bank.

In einem Interview erklärte Commerzbank-Chef Martin Blessing, warum er sich bei der Sanierung von Deutschlands zweitgrößter Bank auf dem richtigen Weg sieht. Allerdings räumte der 50-Jährige auch Fehler ein.

Commerzbank-Chef Martin Blessing gibt neue Durchhalteparolen aus. "Es wäre absurd, vorzeitig aufzugeben, wenn man schon den größten Teil der Strecke absolviert hat", sagte er im Interview mit dem "Handelsblatt". Dabei bemühte der Banker den Vergleich mit einem Marathon. "Auch beim Marathonlauf gibt es Phasen, die wehtun. Da muss man durch. Umso schöner ist es dann, durchs Ziel zu laufen", sagte der Läufer. Außerdem verwies Blessing auf das starke "Überlebens-Gen" der Commerzbanker.

Allerdings räumte der 50-Jährige auch eigene Fehler ein. So habe er die Staatsschuldenkrise unterschätzt. "Wenn ich geahnt hätte, dass Euro-Staatsanleihen ausfallen können, hätte ich unser Engagement in dem Bereich viel früher gedrosselt", räumte Blessing ein. Aber mit dem eingeleiteten Konzernumbau und dem Abbau der Altlasten sei Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus nun auf dem richtigen Wege, auch wenn dies Zeit brauche. "Ich kann und will den Umbau der Commerzbank erfolgreich zu Ende bringen - das ist mein Ziel."

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Auch den Aktionären versuchte Blessing Mut zu machen. "Ich bin sicher, dass der Kurs sofort steigt, wenn die Abbaubank auf ein verträgliches Niveau geschrumpft ist und mehr Kapital für das Geschäft der Kernbank bleibt", so Blessing. Allerdings räumt er ein, selber in beträchtlichem Umfang in Commerzbank-Papiere investiert zu haben, ihm dürfte also sehr wohl an steigenden Kursen gelegen sein. Hinsichtlich einer möglichen Dividende bekräftigte Blessing, dass es für dieses Jahr keine Ausschüttung geben wird. Zu 2014 wollte sich der Commerzbank-Chef nicht äußern.

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Blessing wies in dem Gespräch auch Spekulationen zurück, er habe dem Aufsichtsrat mit Rücktritt gedroht, sollte dieser der Verkleinerung des Vorstands nicht zustimmen. "Das war nicht mein Thema." Für ihn sei es vielmehr eine Frage der Glaubwürdigkeit, dass die Bank beim Abbau Tausender Stellen auch vor den Führungskräften nicht halt mache. Das habe der Aufsichtsrat schließlich auch so gesehen und der Verkleinerung des Vorstands auf sieben von derzeit neun Mitglieder zugestimmt. Welche Manager gehen müssen, dazu wollte sich Blessing nicht äußern. Finanzkreisen zufolge handelt es sich um die beiden Chefs der internen "Bad Bank", Jochen Klösges und Ulrich Sieber.

Einen schnellen Ausstieg des Bundes, der als Großaktionär noch einen Anteil von 17 Prozent an der Bank hält, sieht Blessing nicht. "Aus Sicht des Bundes muss der Kurs noch deutlich zulegen. Und daran arbeite ich." Dass strategische Investoren, etwa andere Banken, den Anteil des Bundes übernehmen würden, glaube er nicht. "Strategische Investoren wollen in der Regel etwas gestalten. Da wäre ein Anteil von 17 Prozent zu klein."

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