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Commerzbank: Die Schlacht ums Kapital beginnt

von Mark Fehr

Martin Blessing verliert keine Zeit, die Kapitaldecke zu stärken. Die Ironie dabei: Der Bankchef will aus dem Misstrauen der Märkte gegenüber seinem Institut Profit schlagen.

Schriftzug mit dem Logo der Commerzbank Quelle: dapd
Die Commerzbank muss die Kapitallücke soweit wie möglich aus eigener Kraft und mit Hilfe von privaten Investoren schließen Quelle: dapd

Erst im April 2012 soll der neue Finanzvorstand der Commerzbank, Stephan Engels, seinen Posten übernehmen. Darauf kann CEO Martin Blessing allerdings nicht warten. Der Bankchef will jetzt rund 600 Millionen Euro ausgeben, um Hybridanleihen von den Investoren zurückzukaufen. Die haben bis Mitte Dezember Zeit, über das Angebot aus Frankfurt zu entscheiden.

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Der Rückkauf wäre ein kleiner Schritt von vielen auf dem Weg zum Ziel, die harte Kernkapitalquote der Commerzbank bis Mitte kommenden Jahres auf 9 Prozent zu steigern – wobei mögliche Verluste aus Staatsanleihen kriselnder EU-Länder eingerechnet werden. Wichtige europäische Banken müssen diese Quote nach dem Willen der EU-Bankenaufsicht EBA erreichen, um Gläubiger zu beruhigen, die wegen der eskalierenden Schuldenkrise an der Bonität der Finanzinssektors zweifeln.

Sollte Blessing es nicht schaffen, das EBA-Ultimatum einzuhalten, drohen ihm zwangsweise staatliche Kapitalspritzen. Den Einstieg des Steuerzahlers kann die Commerzbank verhindern, indem sie Kredite herunterfährt, Vermögen verkauft und Gewinne einbehält. Ob das reicht, ist nicht sicher. Also muss Blessing kämpfen, denn er will um jeden Preis verhindern, dass der Staat seinen Anteil an der Bank aufstockt. Seit der Finanzkrise 2008 besitzt der Bund bereits ein Vierteil der Aktien. Der öffentliche Kapitalanteil rettete die Commerzbank zwar vor der Pleite, doch deren Manager leiden seither unter gedeckelten Gehältern und dem Stigma von Staatsbankern.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 05.12.2011, 14:42 UhrAnonymer Benutzer: bond

    die Pleite wäre billiger gewesen. Dann hätten die Vorstände auch nicht mit so niedrigen Gehältern auskommen müssen. So wie die Herren agieren und allein im Leasing das Geld für unsinnige EDV verplempern haben sollte der Laden geschlossen werden

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