Commerzbank: Ernüchterung bei der Commerzbank

Commerzbank: Ernüchterung bei der Commerzbank

Die Niedrigzinsen und die Flaute an den Kapitalmärkten haben Deutschlands zweitgrößter Bank zu Jahresbeginn schwer zu schaffen gemacht. Der Gewinn brach in den ersten drei Monaten um gut die Hälfte ein.

Die Unruhe an den Kapitalmärkten und die Folgen der Niedrigzinsen haben die Commerzbank im ersten Quartal deutlich gebremst. Der Überschuss halbierte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 163 Millionen Euro, wie das Institut am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Der operative Gewinn sackte um 60 Prozent auf 273 Millionen Euro ab. Vor allem im Investmentbanking gab es Einbrüche. Schwächer lief es auch im Geschäft mit dem Mittelstand. Dagegen verbuchte das Privatkundengeschäft erneut einen Gewinnzuwachs, wenn auch vor allem dank eines Sondereffekts.

Vor allem das Rückgrat der Bank, das Geschäft mit dem Mittelstand, und die Investmentbank, mussten heftige Einbußen hinnehmen. Die bisher vom neuen Vorstandschef Martin Zielke geführte Privatkunden-Sparte hielt sich dagegen stabil. Der Milliardengewinn des Vorjahres ist in weite Ferne gerückt. Nach dem ersten Quartal sei es "deutlich ambitionierter geworden, das Konzernergebnis des Jahres 2015 zu erreichen", erklärte die Bank. Trotzdem plant sie derzeit mit einer stabilen Dividende von 20 Cent.

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Zielkes Vorgänger Martin Blessing hatte bereits auf seiner letzten Hauptversammlung vor zwei Wochen vor dem Gewinneinbruch im ersten Quartal gewarnt. Er traf die Investoren daher nicht unerwartet. Finanzvorstand Stephan Engels sprach am Dienstag von einem "ordentlichen operativen Ergebnis". Dieses brach freilich noch stärker auf 273 Millionen Euro ein. Dabei musste die Bank für faule Kredite etwas weniger zurücklegen als ein Jahr zuvor. Das dürfte im Jahresverlauf nicht so bleiben. Für das Gesamtjahr rechnet die Bank mit einem moderaten Anstieg der Risikovorsorge.

Commerzbank Blessings Bilanz bleibt bitter

Am Mittwoch stellt sich Martin Blessing ein letztes Mal den Commerzbank-Anlegern. Der langjährige Chef hat die Bank in ruhiges Fahrwasser gesteuert. Mehr konnte er nach seinem fatalen Fehlstart nicht mehr erreichen.

Commerzbank-Chef Martin Blessing: Eine Bilanz. Quelle: dpa Picture-Alliance

Das Zinsumfeld habe sich durch die negativen Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) nochmals verschärft, erklärte die Bank. Das habe vor allem die Mittelstandsbank getroffen, die nur noch 209 (364) Millionen Euro verdiente. Das erhöhe den Druck auf die Margen im Einlagengeschäft, während die Kreditnachfrage stagniert. Um gegenzusteuern, will die Commerzbank mit ihren Firmenkunden verstärkt über alternative Anlagekonzepte sprechen. Auch an den Kapitalmärkten hielten die Kunden sich zurück. Operativ blieben im Investmentbanking daher nur noch 70 (250) Millionen Euro hängen.

Im Privatkundengeschäft ist der Gewinn dagegen auf 191 (157) Millionen Euro gestiegen. Die Sparte, in der die Commerzbank im ersten Quartal netto 59.000 Kunden gewann, profitierte mit 44 Millionen Euro von einer Sonderausschüttung des deutschen Kreditkarten-Vermarkters Euro Kartensysteme.

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