Commerzbank: Gefährliche Rettung

Commerzbank: Gefährliche Rettung

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Schafft es die Commerzbank ohne Hilfe vom Staat?

von Mark Fehr

Bei einer neuen Hilfsrunde darf sich der Staat nicht schon wieder finanziell über den Tisch ziehen lassen.

Die Weihnachtsfeiern fallen dieses Jahr in vielen Abteilungen aus. Zwar ist die Commerzbank nicht für ausufernde Partys bekannt, doch mit der unpopulären Sparmaßnahme signalisiert Vorstandschef Martin Blessing seinen Angestellten und Aktionären, wie ernst die Lage ist. Nicht nur für die Commerzbank steht viel auf dem Spiel. Auch die Steuerzahler müssen wohl wieder einspringen, um das Krisenpolster der Bank um mehrere Milliarden Euro aufzustocken, wie es die europäische Bankenaufsicht (EBA) fordert.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) darf dabei keinen Fehler machen. Zwar behauptet die zweitgrößte deutsche Bank noch immer, den Staat nicht schon wieder beanspruchen zu wollen. Doch für Teil zwei des Drehbuchs zur Rettung der Commerzbank liegen bereits Versionen vor, die bequem für das Management sind, aber gefährlich für die öffentlichen Kassen. Die Commerzbank muss nach dem Willen der EBA ihr Haftungspolster um 5,3 Milliarden Euro aufstocken, der Plan muss bis zum 20. Januar stehen. "Ohne staatliche Hilfen wird es wahrscheinlich nicht gehen", urteilt Martin Faust, Bankenexperte an der Frankfurt School of Finance & Management. Angesichts des Marktumfeldes sei eine größere Kapitalerhöhung kaum möglich. Die Commerzbank-Aktie notiert auf dem tiefsten Stand seit Blessings Amtsantritt im Mai 2008, ihr droht das Stigma eines Pennystocks.

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Bad Bank für die CoBa?

Die marode Tochter Eurohypo an den Staat zu verkaufen, wäre aus Sicht der Commerzbank eine komfortablere Lösung. Blessing wäre den Großteil seiner notleidenden Staatsanleihen los. Den Deal könnte er sogar als "marktwirtschaftlich" verkaufen, wenn er den Preisabschlag für den Staat nur hoch genug aussehen lässt. Als Insider kennt aber allein er den fairen Preis. Etwa fünf Milliarden Euro weniger Kapitalbedarf hätte die Commerzbank ohne Eurohypo, damit bräuchte Blessing nicht mehr aufstocken. Die Steuerzahler aber müssten für die unüberschaubaren Restrisiken geradestehen, die in der rund 200 Milliarden Euro schweren Bilanz des Staatsfinanzierers schlummern.

Da wäre die Ausgliederung maroder Anleihen in eine staatlich gestützte Abwicklungsanstalt das kleinere Übel. "Ein Bad-Bank-Modell könnte allgemein gut funktionieren", sagt Florian Toncar (FDP), Vorsitzender des Gremiums, das den Bankenrettungsfonds Soffin überwacht.

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