Commerzbank, IKB & Co.: Krisenbanken misslingt Befreiungsschlag

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Commerzbank, IKB & Co.: Krisenbanken misslingt Befreiungsschlag

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Graue Wolken hängen über die Commerzbank in Frankfurt: Gerüchte über einen massiven Stellenabbau sorgen in den Filialen für Sorge bei Belegschaft und Gewerkschaften.

von Mark Fehr

Steuerzahler und Investoren schielen mit Angst auf marode Banken in Südeuropa. Doch ein Blick auf Deutschland zeigt, dass es hier keine Insel der Glückseeligen gibt: Die Kriseninstitute sind noch nicht über den Berg.

Derzeit wächst in Europa die Angst, dass vor allem spanische Banken bald massive öffentliche Hilfen aus dem Rettungsschirm ESM abgreifen werden. Auch angeschlagene irische Institute und die Schieflage der Banken auf der Mittelmeerinsel Zypern könnten die Regierungen der beiden Euro-Länder dazu bringen, Geldspritzen von der Staatengemeinschaft zu fordern. Viele Investoren sehen in dieser Situation das relativ bonitätsstarke Deutschland noch immer als einen sicheren Hafen für ihr Geld, wovon der hiesige Bankensektor profitiert. Geldgeber hegen gegenüber deutschen Instituten offensichtlich deutlich weniger Misstrauen als gegenüber südeuropäischen Konkurrenten.

Doch die deutsche Bankenlandschaft ist keine Insel der Glückseeligen. Zahlreiche Institute, die auf dem Höhepunkt der Finanzkrise nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers gerettet werden mussten, sind immer noch auf das Geld vom Staat angewiesen. Die von den Banken beanspruchten Summen sind allerdings deutlich gesunken. Die Höchststände der vom staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin verabreichten Hilfen betrugen 168 Milliarden Euro an Garantien und 29 Milliarden Euro an Kapitalspritzen.

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Mittlerweile ist das Garantievolumen auf elf Milliarden Euro geschrumpft, während noch knapp 20 Milliarden Euro öffentliches Kapital in den Instituten stecken – vor allem in der hauptsächlich von privaten Aktionären finanzierten Commerzbank und der voll verstaatlichen Nachfolgerin der Immobilienbank Hypo Real Estate.

Der deutliche Rückgang kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch erhebliche Zweifel an der Stabilität der krisengebeutelten Banken bestehen. Wie sieht die Lage bei den einzelnen Häusern aus?

Commerzbank

Von den Kapitalspritzen in Höhe von insgesamt 18,2 Milliarden Euro hat die Commerzbank mittlerweile in einem durchaus beeindruckenden Kraftakt den größten Teil zurückgezahlt. Noch stecken aber immerhin 6,7 Milliarden Euro Steuergeld in der zweitgrößten Bank Deutschlands und zwar in Form des 25-prozentigen Aktienanteils des Bankenrettungsfonds sowie eines Rests der stillen staatlichen Einlage. Garantien von ursprünglich bis zu fünf Milliarden Euro nimmt die Bank nun keine mehr in Anspruch.

Derzeit sorgen Gerüchte über einen massiven Stellenabbau vor allem in den Filialen für Sorge bei Belegschaft und Gewerkschaften. Bankchef Martin Blessing will den deutlichen Ertragsrückgang im Privatkundengeschäft mit einem Investitions- und Sparprogramm bekämpfen. Zwei Milliarden Euro sollen in die Modernisierung der Bank fließen, die Hälfte davon in den Service und die Produkte für die private Kundschaft. Filialen und Berater sollen mit kundenfreundlicheren Öffnungszeiten etwa abends, zur Mittagszeit oder unter Umständen sogar am Wochenende in die Lage versetzt werden, die Produkte und Dienste der Commerzbank „zu jeder Zeit und an jedem Ort“ zu erhalten.

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