Commerzbank: Keine Vertragsverlängerung für Martin Blessing

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Commerzbank: Keine Vertragsverlängerung für Martin Blessing

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Überraschender Abgang: Commerzbank-Chef Martin Blessing will aufhören.

Commerzbank-Chef Blessing hat überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Er werde seinen Vertrag nicht verlängern, teilte die Bank überraschend mit. Wer könnte Blessing nun nachfolgen?

Die Commerzbank muss sich einen neuen Vorstandschef suchen. Amtsinhaber Martin Blessing (52) werde seinen bis Ende Oktober 2016 laufenden Vertrag nicht verlängern, teilte die Bank am Sonntag in Frankfurt mit. Blessing habe Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller am Sonntag darüber informiert, dass er das Angebot einer Vertragsverlängerung nicht annehmen möchte.

„Ich habe mich über das Angebot einer Vertragsverlängerung und das mir dadurch entgegengebrachte Vertrauen sehr gefreut“, erklärte Blessing. „Trotzdem habe ich mich nach langem und intensivem Nachdenken entschieden, das Angebot nicht anzunehmen.“ Die Entscheidung sei ihm schwergefallen. Er wolle nach 15 Jahren im Vorstand der Commerzbank, davon die Hälfte als Vorstandschef, „ein neues Kapitel in meinem beruflichen Leben aufschlagen“, erklärte Blessing.

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Blessing steht seit Mai 2008 an der Spitze von Deutschlands zweitgrößter Bank. Kurz nach seinem Amtsantritt übernahm das Institut die Dresdner Bank und geriet dadurch in der Finanzkrise in eine bedrohliche Schieflage. In zwei Schritten musste die Commerzbank schließlich mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro vom Steuerzahler vor dem Aus gerettet werden.

PremiumCommerzbank Martin Blessing – der Weitermacher

Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing hat die Bank fast an die Wand gefahren. Nun, nach der Staatsrettung, hat er sie stabilisiert und steht vor der Vertragsverlängerung. Doch die Wende zum Guten steht noch aus.

Martin Blessing, CEO der Commerzbank Quelle: REUTERS

Gut 13 Milliarden Euro sind davon inzwischen zurückgezahlt. Der Bund ist derzeit noch mit rund 15 Prozent an der Commerzbank beteiligt. Das Aktienpaket ist an der Börse derzeit etwa 1,8 Milliarden Euro wert. Das bedeutet, dass der Bund noch weit davon entfernt ist, ohne Verlust aus der Commerzbank-Rettung zu kommen.

Zuletzt ging es bei der Commerzbank nach vielen Rückschlägen aber wieder aufwärts. Im ersten Halbjahr konnte das Institut seinen Gewinn auf 646 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Insbesondere die massiven Investitionen ins Privatkundengeschäft zahlen sich aus. Dagegen hat sich die Bank bereits von zahlreichen Anlagen wie Gewerbeimmobilienkrediten, Staatsanleihen und Schiffsfinanzierungen getrennt, die sich in den vergangenen Jahren als besonders problematisch darstellten. Das Investmentbanking und das Auslandsgeschäft sind deutlich geschrumpft. Für dieses Jahr will die Commerzbank erstmals in Blessings Amtszeit wieder eine Dividende zahlen.

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„Die Commerzbank verfügt heute über ein robustes Geschäftsmodell, sehr gute Mitarbeiter und Führungskräfte“, sagte Blessing. Zudem gebe es eine Kultur, um die viele das Institut beneideten. „Die größten Herausforderungen der Finanzkrise haben wir bewältigt oder werden in den nächsten Monaten abgearbeitet. Der Weg zurück zu einer nachhaltig erfolgreichen Bank ist klar erkennbar.“

„Ich bedauere diese Entscheidung sehr und hätte mir eine Vertragsverlängerung gewünscht“, sagte Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller. „Ich respektiere aber die Entscheidung von Martin Blessing.“ Dass der Manager seinen Vertrag vollständig erfüllen wolle, gebe der Bank die Möglichkeit, einen geordneten Prozess für die Suche nach einem Nachfolger zu gestalten. Am Montag präsentiert die Bank die Zahlen für das dritte Quartal.

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