Commerzbank: Ohne Staat zum großen Geld

Commerzbank: Ohne Staat zum großen Geld

5,3 Milliarden Euro sollte die Commerzbank mobilisieren, um den Anforderungen der Bankenaufsicht zu genügen. Anders als befürchtet, schafft es die Bank ohne die Hilfe der Steuerzahler.

Stresstest, die zweite: Bis zum 30. Juni muss die Commerzbank eine Kernkapitalquote von neun Prozent erreichen. Dadurch sollen die Einlagen der Sparer bei einer erneuten Bankenkrise abgesichert werden. Die europäische Bankenaufsicht EBA erwartete deshalb 5,3 Milliarden Euro in den Tresoren der Bank. Dass der Noch-Chef Martin Blessing diesen Bedarf ohne Hilfe des Staates decken kann, stand lange Zeit in Frage. Jetzt sieht es aber so aus, als könnten sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und der Bankenrettungsfonds Soffin entspannt zurücklehnen. Das Geldinstitut ist sich sicher, aus eigener Kraft sogar 6,3 Milliarden Euro bereitstellen zu können. Das entspräche einer Kernkapitalquote von mehr als elf Prozent.

Auch auf die Möglichkeit, die stillen Einlagen des Hauptaktionärs Allianz umzuwandeln, müsse man nur noch im Notfall zurückgreifen. "Mit den eingeleiteten Maßnahmen haben wir bereits zum Jahresende 2011 knapp 60 Prozent der EBA-Kapitalanforderung erfüllt", sagte Blessing. So habe man den Kapitalbedarf zum 31. Dezember 2011 auf rund drei Milliarden Euro auf 2,3 Milliarden Euro reduziert.

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Was der Commerzbank geholfen hat

  • die Minimierung von Risikorücklagen. Bis Ende des vergangenen Jahres verringerte das Geldinstitut diese um mehr als 17 Milliarden Euro. Das kann mitunter ein verlustreiches Geschäft sein: Private Equity-Gesellschaften, die sich auf Ankäufe von Kreditpaketen spezialisiert haben, kaufen teils deutlich unter Nennwert.
  • Die Reduzierung der Risikoaktiva reduzierte allerdings auch den Kapitalbedarf: 17 Milliarden weniger bei den Risikopositionen bedeuten zeitgleich rund 1,6 Milliarden Euro weniger Kernkapitalbedar2. außerdem verringerte die Commerzbank die Kapitalabzugspositionen, was ihren Bestand um weitere 200 Millionen Euro erhöhte.

Bis zum Stichtag am 30. Juni will Blessing durch eine Fortsetzung der Maßnahmen weitere 3,3 Milliarden Euro Kernkapital zusammen bekommen. Wir haben "noch Potenzial, um unsere harte Kernkapitalquote weiter zu stärken", sagte er. Und Finanzvorstand Eric Strutz pflichtet bei: "Wir haben nicht vor, zusätzliche öffentliche Mittel in Anspruch zu nehmen."

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