Commerzbank: Staat lässt Blessing Zeit für Konzernumbau

Commerzbank: Staat lässt Blessing Zeit für Konzernumbau

von Mark Fehr

Die Bundesregierung will ihren Anteil an der teilverstaatlichten Bank bis 2016 behalten. Doch dann könnte sie das Paket an einen ausländischen Investor weiter verkaufen.

Seit die kriselnde Commerzbank wieder einen Erholungskurs eingeschlagen hat, mehren sich die Gerüchte über einen baldigen Ausstieg des Staates. Der Bankenrettungsfonds Soffin hält nach milliardenschweren Kapitalspritzen im Zuge der Finanzkrise 2008 immer noch 17 Prozent der Aktien an Deutschlands zweitgrößter Bank. Doch so schnell wird sich Berlin wohl nicht zurückziehen. Stattdessen soll Bankchef Martin Blessing bis 2016 Zeit bekommen, den Umbau der Bank in Ruhe abzuschließen. Das erläuterte ein Vertreter des Bundesfinanzministeriums im Gespräch mit dem Manager Magazin und bekräftigte damit Aussagen des Ministeriums gegenüber der WirtschaftsWoche aus dem Frühjahr.

Geschäftszahlen Doppelstrategie der Commerzbank zeigt Wirkung

Der Niedrigzins zwingt Deutschlands zweitgrößte Bank zu einem radikalen Sparkurs. Er treibt ihr aber auch scharenweise neue Kunden in die Hände.

Der Sparkurs bei der Commerzbank zeigt erste Erfolge. Das Sparen geht aber weiter Quelle: REUTERS

Danach will die Bundesregierung nicht länger als nötig Eigentümerin der Commerzbank bleiben und hat auch keine Vorbehalte gegenüber ausländischen Investoren. Die Bank müsse laut Ansicht des Ministeriums nach einem Eigentümerwechsel ihren Konzernsitz nicht einmal mehr in Deutschland haben. Eile hat der Bund mit einem Ausstieg aber schon allein deshalb nicht, weil er bei einem Verkauf der Commerzbankanteile zum aktuellen Börsenkurs milliardenschwere Verluste verbuchen müsste. Aus Sicht des Steuerzahlers macht es daher durchaus Sinn, dem Management unter CEO Blessing Zeit für Umstrukturierungen und den Abbau von Altlasten einzuräumen. Eine gesunde Bank könnte sich zu einem besseren Preis verkaufen lassen.

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Als Interessenten für den Kauf der Commerzbank werden verschiedene Kandidaten gehandelt. Die Schweizer Großbank UBS soll vor allem auf das deutsche Mittelstandsgeschäft ein Auge geworfen haben, während die Privatkundensparte zur spanischen Santander passen könnte. Wegen dieser unterschiedlichen Interessensschwerpunkte wäre auch eine Zerschlagung der Commerzbank in Mittelstands- und Privatkundensegment denkbar. Für eine chinesische Bank wäre der Kauf von Commerzbankanteilen ebenfalls eine Möglichkeit, in den begehrten deutschen Markt einzusteigen. Das Bundesfinanzministerium bestätigte, dass es immer wieder mal Gesprächsanfragen möglicher Investoren gebe, ohne Namen von Unternehmen zu nennen.

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Offiziell wurden Pläne zum Einstieg bei der Commerzbank bisher aber stets verneint, zuletzt von der französischen Société Générale. Als Hindernis bei einer Übernahme gelten dabei immer weniger die schrumpfenden Altlasten aus der abgewickelten Ex-Tochter Eurohypo, dafür bereitet die wegen niedriger Zinsen kriselnde Privatkundensparte aus Sicht potenzieller neuer Eigentümer Sorgen.

Allerdings: Blessings Umstrukturierungen konzentrieren sich besonders stark auf das Privatkundengeschäft. Mit einem massiven Stellenabbau, moderneren Filialen und einem starken Onlinebanking soll die Profitabilität wieder hergestellt werden. Wenn der Plan glückt, ist die Bank auch wieder attraktiv für einen privaten Investor.

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