_

Commerzbank: Steuerzahlern droht Milliardenverlust

von Mark Fehr

Bankenrettung: Der Kurssturz der Commerzbank-Aktie im vergangenen Jahr beschert dem staatlichen Bankenrettungsfonds einen Wertverlust in Milliardenhöhe.

Der Absturz der Commerzbank-Aktie

Die Commerzbank-Aktie erreicht nach eineinhalb Jahren unter ihrem neuen Chef Klaus-Peter Müller einen historischen Tiefstand von 5,87 Euro. Die Bank kämpft gegen Gerüchte, in Schwierigkeiten zu stecken. Die Finanzaufsicht Bafin ermittelt wenige Tage später wegen möglicher Kursmanipulationen durch Investoren, Foto: AP

Für die deutschen Steuerzahler fällt die Zwischenbilanz der Commerzbank-Rettung negativ aus. Auch die Rückzahlung großer Teile der Kapitalhilfen sowie eine Abfindung von einer Milliarde Euro an den staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin ändert nichts daran. Grund dafür sind die hohen Kursverluste der Commerzbank-Aktie im vergangenen Jahr. Da das Papier 2011 weit unter die gezahlten Einstiegspreise rutschte, ist der Wert der 25-prozentigen Beteiligung des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin an dem Kreditinstitut eingebrochen.

Anzeige

Wie viel Staatsgeld steckt noch in der Commerzbank? Der Soffin hatte im Juni 2009 für 1,8 Milliarden Euro ein Viertel der Aktien von Deutschlands zweitgrößter Bank gekauft, um diese vor der Finanzkrise zu retten. Je Aktie legten die Steuerzahler damals sechs Euro auf den Tisch. Später übernahmen die Bankenretter in mehreren Schritten zahlreiche weitere Aktien, um nach diversen Kapitalmaßnahmen der Commerzbank den staatlichen Anteil von 25 Prozent plus einer Aktie konstant zu halten.

Ohne die Bankenretter ging es nicht

Insgesamt hat der Soffin rund 4,7 Milliarden Euro in Aktien der Commerzbank investiert. Die Einstiegspreise sanken dabei sukzessive. An den beiden Schritten der großen Kapitalerhöhung der Commerzbank Mitte des Jahres 2011 beteiligte sich der Soffin im Volumen von 1,4 Milliarden Euro zu 4,25 Euro je Aktie sowie mit 1,3 Milliarden Euro zu 2,18 Euro je Aktie. Auch bei der Wandlung von Hybridanleihen im Januar vor einem Jahr haben die Bankenretter Aktien für 221 Millionen Euro zu 5,61 Euro je Anteilsschein gezeichnet.

Zusätzlich zur Aktienbeteiligung hatte der Bankenrettungsfonds der Commerzbank Stille Einlagen im Wert von mehr als 16 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um die Haftungsmasse des von der Finanzkrise betroffenen Instituts zu erhöhen. Die Bank hat das Geld 2011 in einem großen Kraftakt bis auf einen Rest von 1,9 Milliarden Euro weitgehend zurückgezahlt. Der Soffin musste auf Zinsen verzichten, kassierte aber immerhin eine Abfindungszahlung für die Stille Einlage in Höhe von einer Milliarde Euro.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.01.2012, 18:48 UhrAnonymer Benutzer: randy

    Ja, stimmt helago, FDJ Sekretärin der Abteilung Agitation und Propaganda war sie. Und das mit voller Überzeugung! Angelas Spezialgebiet hat jetzt auch BP Wulff zu spüren bekommen. Der wird doch nicht, wie so oft des letzten Jahres, weiter über das so stümperhafte Euro-Krisenmanagement der Kanzlerin meckern. ...wer böses dabei denkt... Die Frau ist machtgeil und hängt deshalb auch öfters Ihr Fähnchen in den Wind, mit vollem Kalkül. Ihre eigenen Überzeugungen..., kenn ich nicht. Leider ist es ihr in den letzten Jahren gelungen die Führung der CDU von innen auszuhöhlen und über Jahre zu schwächen. Die Pappnasen, die sie noch im Kanzleramt empfängt, rutschen regelmäßig auf der eigenen Schleimspur aus. Schade, dass die CDU'ler immer so obrigkeitshörig sind. Bißchen mehr Druck auf unsere SED-Tante täte der CDU gut zu Gesicht stehen. Und ich könnte bei der nächsten Wahl mein Kreuzchen wieder etwas entspannter....

  • 28.01.2012, 15:56 UhrAnonymer Benutzer: helago

    Unsere FDJ Sekretärin hat die Rettung der Bank als Alternativlos bezeichnet. Und Steuergelder verschleudert. Herr Blessing hat durch kreative Buchführung verhindern wollen, daß er erneut mit Staatskente versorgt wird. Alle Staaten außer dem Deutschen sind fähig aus der Banekenrettung Kapital zu schlagen. Nun wird der arme Vorstndschef der Commerzbank weiterhin zu den Hartz IV Beziehern unter den Bankern zählen. Wer kommt schon mit 500.000 euro im Jahr aus. Wie gut, daß seine Ehefrau auch noch dazu verdient. so ist die Not im Hause Blessing noch nicht so groß.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.