Commerzbank-Vorstand im Interview: "Banken können mit Negativzins gut umgehen"

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Martin Zielke ist Vorstand für das Privatkundengeschäft der Commerzbank

von Mark Fehr

Commerzbank-Vorstand Martin Zielke spricht über die diskutierten Strafzinsen auf Einlagen bei der EZB, die aktuellen Untersuchungen der Steuerfahnder und Pläne, wie die Commerzbank wieder Vertrauen gewinnen will.

WirtschaftsWoche: Herr Zielke, 270 Steuerfahnder haben vor wenigen Tagen 40 Standorte der Commerzbank durchsucht. Wie reagieren Sie darauf?

Martin Zielke: Die Commerzbank ist nicht Gegenstand der aktuellen Untersuchung. Die Ermittlungen richten sich gegen Mitarbeiter eines fremden Finanzdienstleisters. Aber wir sind uns völlig bewusst, dass uns die Schlagzeilen nicht geholfen haben.

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Die Commerzbank will bis 2016 eine Million neue Privatkunden gewinnen und mit diesen mehr als 500 Millionen Euro verdienen. Wie weit sind Sie?

Wir kommen schneller voran als erwartet. Von Januar bis September haben wir netto rund 180.000 neue Kunden gewonnen und im Privatkundensegment 165 Millionen Euro Gewinn gemacht. Unser Neugeschäftsvolumen bei der Baufinanzierung betrug per Oktober rund 6,8 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders wichtig ist, dass die Kunden mit der Beratung deutlich zufriedener sind. Die Weiterempfehlungsbereitschaft ist seit Anfang 2012 um 30 Prozentpunkte gestiegen. Das schaffen in so kurzer Zeit nicht viele Unternehmen.

Empfinden die neu gewonnenen Kunden die Commerzbank als sicherer, weil der Staat noch mit 17 Prozent beteiligt ist?

Das glaube ich nicht. Die Aktionärsstruktur spielt bei der Auswahl eigentlich keine Rolle. Das ist bei einer Bank nicht anders als in anderen Branchen auch. Entscheidend für den Kunden ist immer noch die Leistung und nicht, wer welchen Anteil am Unternehmen hält.

Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt eine Strafgebühr für Banken, die bei ihr Geld bunkern. Was würde das für Sparer und Banken bedeuten?

Negative Zinsen halte ich heute nicht für sehr wahrscheinlich. Falls es dazu aber kommen sollte, könnten Banken ganz gut damit umgehen. Unser Ziel ist ja nicht, Gelder bei der EZB anzulegen, sondern diese als Kredite zu vergeben. Die Kunden wiederum sind auf unterschiedliche Weise von der Zinsentwicklung betroffen. Sparer verlieren bei niedrigen Zinsen, Kreditnehmer profitieren durch bessere Konditionen. Bei dem aktuellen Zinsniveau nimmt der Beratungsbedarf aber grundsätzlich eher zu. Da die Einlagenzinsen unter der Inflationsrate liegen, verliert das Vermögen auf einem Tages- oder Festgeldkonto kontinuierlich an Wert.

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