Credit Suisse-Tochter : Traditionshaus Clariden Leu verschwindet

Credit Suisse-Tochter : Traditionshaus Clariden Leu verschwindet

, aktualisiert 15. November 2011, 09:50 Uhr
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Die Zentrale der Credit Suisse in Zürich.

Quelle:Handelsblatt Online

Credit Suisse integriert die bisher selbstständig geführte Tochter Clariden Leu. 550 Stellen werden infolge der Zusammenführung wegfallen. Credit Suisse verspricht sich Einsparungen von jährlich 200 Millionen Franken.

ZürichDie Konsolidierung der Schweizer Privatbanken-Branche erreicht nun auch den ersten mittelgroßen Anbieter. Die Großbank Credit Suisse integriert nach Angaben vom Dienstag ihre bisher selbstständig geführte Privatbank-Tochter Clariden Leu vollständig. Damit verschwindet das Traditionshaus, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1755 zurückreichen. Als Folge der Integration werden bei Clariden Leu und bei Credit Suisse rund 550 Stellen abgebaut.

In seiner heutigen Form entstand Clariden Leu 2007 durch den Zusammenschluss von Clariden Bank, Bank Leu, Bank Hofmann und BGP Banca di Gestione Patrimoniale sowie der Effektenhändlerin Credit Suisse Fides. Bei der Integration kam es aber zu Reibereien zwischen den verschiedenen Einheiten.

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Gegen den Branchentrend verzeichnete Clariden Leu jahrelang Geldabflüsse. Im März 2011 versuchte die CS dann mit einem neuen Management Gegensteuer zu geben, doch CEO Olivier Jacquet gibt seinen Posten nun bereits wieder ab. Die voraussichtlich bis 2012 laufende Integration soll der erfahrene CS-Manager Hanspeter Kurzmeyer leiten.

Mit der Integration will die Credit Suisse jährlich rund 200 Millionen Franken einsparen. Die Einsparungen und der Personalabbau seien Teil der Anfang November angekündigten Maßnahmen des Mutterhauses. „Angesichts der grundlegenden Veränderungen in der Branche arbeiten wir derzeit daran, Prioritäten für unser Wachstum und unsere Investitionen zu setzen sowie die Ertragskraft und Effizienz des Private Banking weiter zu steigern“, erklärte CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner.

Nicht nur der Abschied vom Geschäft mit ausländischen Steuerflüchtlingen, auch die steigenden Kosten für Informatik und die Einhaltung der Regulatoren-Vorgaben machen vielen Branchenvertretern zu schaffen. Während bisher vor allem kleinere Häuser ihre Selbstständigkeit aufgaben, greift nun auch bei großen Häuser eine Konzentration um sich. Mit verwalteten Vermögen von knapp 100 Milliarden Franken gehört Clariden Leu zu den zehn größten Vermögensverwaltern der Schweiz. Seit Wochen wird über eine Übernahme der etwa gleich großen Bank Sarasin durch Julius Bär spekuliert.

Quelle:  Handelsblatt Online
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