Dank geringer Risikovorsorge : Commerzbank übertrifft Erwartungen

Dank geringer Risikovorsorge : Commerzbank übertrifft Erwartungen

, aktualisiert 07. August 2014, 08:25 Uhr
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Auch Analysten hatten eine gute Quartalsbilanz der Commerzbank erwartet.

Im zweiten Quartal steigert die Commerzbank sowohl den Vorsteuer- als auch den Nettogewinn. Das Geldhaus gewinnt Kunden hinzu und verdient auch mit dem Privatkundengeschäft mehr.

Ein beschleunigter Abbau von Altlasten hilft der Commerzbank auf die Sprünge. Die Risiken im Geschäft mit Schiffs-, Immobilien- und Staatsfinanzierungen hätten sich deutlich reduziert, erklärte die Bank am Donnerstag. Dadurch vervierfachte sich der Gewinn vor Steuern im zweiten Quartal auf 257 (Vorjahr: 74) Millionen Euro und übertraf die Erwartungen der Experten. Im Konzern ging die Risikovorsorge für faule Kredite auf 257 (537) Millionen Euro zurück. Auch im Gesamtjahr sollen die Rückstellungen für faule Kredite nun "spürbar" unter dem Vorjahresniveau von 1,75 Milliarden Euro liegen. Nach sechs Monaten waren es weniger als eine halbe Milliarde Euro.

Die Commerzbank lässt ihre Kredite für Schiffe, gewerbliche Immobilien und die öffentliche Hand seit zwei Jahren auslaufen. Dabei will sie nun noch schneller vorankommen. Bis 2016 soll das Volumen der internen "Bad Bank" auf 67 Milliarden Euro abschmelzen. Ende Juni waren es noch 92 Milliarden Euro, nachdem die Bank ihre Immobilien-Kredite in Spanien und Japan sowie zum Teil in Portugal verkauft hat - insgesamt 5,1 Milliarden Euro. Dabei kam sie mit einem Verlust von 71 Millionen Euro davon und setzte 200 Millionen Euro Kapital frei, das in das Kerngeschäft gesteckt werden kann.

Bisher hatte sich Vorstandschef Martin Blessing bis 2016 einen Abbau auf 75 Milliarden Euro vorgenommen. Nun sollen von 24 Milliarden Euro an Immobilien- und 13 Milliarden Euro an Schiffskrediten Ende 2016 insgesamt nur 20 Milliarden Euro übrig bleiben. Die nach und nach auslaufenden Staatsfinanzierungen sollen von selbst auf 47 von 55 Milliarden Euro abschmelzen. Im Kerngeschäft setzt die Commerzbank wieder auf Wachstum. An Privatkunden und Unternehmen sollen mehr Kredite vergeben werden. Im ersten Halbjahr waren es schon sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Privatkundengeschäft warf mitten im Umbau 227 (123) Millionen Euro ab. Im zweiten Quartal habe die Bank 95.000 Kunden gewonnen. In der Mittelstandsbank ging es mit 604 (540) Millionen Euro ebenfalls wieder aufwärts. Dagegen litt die Investmentbank unter dem schwachen Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren. Die Erträge schrumpften um neun Prozent, das Ergebnis vor Steuern ging um ein Fünftel zurück.

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Mit Blick auf den laufenden Stresstest und die Bilanzprüfung der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigte sich Blessing zuversichtlich: Hier habe "sich an unserer im März getroffenen Aussage, dass wir uns gut gerüstet fühlen, nichts geändert." Der Quartalsgewinn und der Abbau der "Bad Bank" ließen die Eigenkapitalquote nach dem von 2018 geltenden "Basel-III"-Standard auf 9,4 (Ende März: 9,0) Prozent steigen. Mit einer Verschuldungsquote (Leverage Ratio) von 3,3 Prozent erfüllt die Bank die Mindestanforderung von drei Prozent.

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