Dekabank-Chefökonom: Euro-Zone noch „viele Jahre“ unter Rating-Druck

Dekabank-Chefökonom: Euro-Zone noch „viele Jahre“ unter Rating-Druck

, aktualisiert 07. Dezember 2011, 07:42 Uhr
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Das Euro-Logo in Frankfurt.

von Dietmar NeuererQuelle:Handelsblatt Online

Krise und kein Ende: Ulrich Kater, Chefökonom der Dekabank, sagt Europa weitere Schreckensmeldungen voraus. So würden die Ratingagenturen die Euroländer noch "viele Jahre" unter Druck setzen.

DüsseldorfNach Einschätzung des Chefvolkswirts der Dekabank, Ulrich Kater, bleibt Europa noch lange Zeit der Gefahr von Rating-Abstufungen ausgesetzt. Fast alle westlichen Industrieländer hätten die Grenzen ihrer Staatsverschuldung erreicht. Das seien die Signale, die die US-Ratingagentur Standard & Poor's an die Euro-Länder aussendet, übrigens nicht nur an diese, sondern bereits im Sommer auch an die USA, sagte Kater Handelsblatt Online. „Es gibt Hinweise, dass die Politik diese Signale in der jüngsten Vergangenheit immer besser versteht, dass also die Lösung dieser Schuldenkrise darin liegt, Staatsschulden nachhaltiger zu gestalten“, ist der Ökonom überzeigt. Doch das gehe nicht von heute auf morgen, sondern benötigt „viele Jahre“ Zeit. „In dieser Zeit kann es auch zu weiteren Herabstufungen als nur für die USA kommen“, sagte Kater.

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, sieht mögliche Ratingverluste – auch für Deutschland – gelassen. Er verweist dabei auf Japan und die USA, die ihre Bestnote von AAA bereits verloren haben, ohne, dass dies zu ernsthaften Problemen geführt hätte. „Selbst, wenn S&P Deutschland herabstufte, blieben Bundesanleihe verglichen mit den Staatsanleihen der anderen Euro-Länder erste Wahl - auch wenn die Einrichtung des europäischen Hilfsfonds EFSF die Bonität Deutschlands aus Sicht vieler Anleger etwas verwässert hat“, sagte Krämer Handelsblatt Online. „Allerdings müsste der europäische Hilfsfonds EFSF seine Statuten ändern, weil bislang die Garantien der AAA-Länder sein Kreditvolumen zugunsten der Peripherieländer beschränken.“

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Den Vorwurf aus der Politik, wonach S&P Deutschland mit einer Herabstufung gedroht habe, obwohl es ökonomisch gut dastehe, teilt Krämer nicht.  Immerhin begründe S&P das Risiko einer Abstufung mit Argumenten, die sich „nicht direkt auf Deutschland“ bezögen. „Offensichtlich sieht die Ratingagentur den Euro-Raum bereits als Haftungsunion, obwohl es noch keine gemeinsamen Anleihen aller Euro-Länder gibt“, sagte Krämer.

Wenige Tage vor dem EU-Gipfel hatte S&P am Montagabend angekündigt, die Kreditwürdigkeit von 15 der 17 Euroländer zu überprüfen. Damit droht Deutschland und den anderen fünf Eurostaaten mit der Topbewertung AAA der Verlust dieser Einstufung. Frankreich könnte demnach sogar um zwei Stufen abgewertet werden. Als Begründung führte S&P unter anderem die „anhaltende Uneinigkeit“ über die Strategie zur Bekämpfung der Schuldenkrise an. Als Folge dieser Ankündigung gab die Agentur am Dienstag zudem bekannt, dass auch der Euro-Rettungsfonds EFSF, für den Länder wie Deutschland und Frankreich maßgeblich garantieren, abgewertet werden könnte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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