Deutsche Bank: Anshu Jain verzichtet auf Abfindung

Deutsche Bank: Anshu Jain verzichtet auf Abfindung

Der ehemalige Co-Vorstandschef Anshu Jain verzichtet nach Medieninformationen auf die Auszahlung seines aktuellen Gehalts. Außerdem arbeitet Jain demnächst ein halbes Jahr lang umsonst für den Konzern.

Der vor seinem Abschied von der Deutschen Bank stehende Co-Vorstandschef Anshu Jain verzichtet nach Zeitungsberichten bei seinem Weggang auf mehrere Millionen Euro. Jain wolle keine Abfindung und werde auch für seine vereinbarte halbjährige Beratertätigkeit für die Bank kein Honorar erhalten, berichteten die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) und "Bild am Sonntag". Jain verzichte auf mehr als zehn Millionen Euro Gehalt, da er von sich aus gekündigt habe und sein eigentlich bis Frühjahr 2017 laufender Vertrag nicht ausbezahlt werde, berichtete die FAS.

Auf einen Blick: Probleme bei der Deutschen Bank

  • Abgeschlagen: Marktkapitalisierung

    Im Ranking der wertvollsten Banken der Welt (nach Marktkapitalisierung in Milliarden Euro) landet die Deutsche Bank mit 40 Milliarden Euro auf Rang 40.
    Zum Vergleich: Die Industrial and Commercial Bank of China belegt mit 265 Milliarden Euro den ersten, Wells Fargo (USA) mit 259 Milliarden Euro den zweiten Platz.

    Auswahl, gerundet; Stand: 11.05.2015; Quelle: Bloomberg

  • Klar verfehlt: Ziele für 2015

    Die meisten für 2015 ausgegebenen Ziele haben Jürgen Fitschen und Anshu Jain nicht erreicht: Statt bei unter 65 Prozent liegt das Verhältnis von Kosten zu Erträgen bei 84 Prozent, statt einer Nachsteuerrendite von zwölf erzielte die Bank zuletzt drei Prozent, im Investmentbanking waren es fünf statt der avisierten 15 Prozent. Der Vorsteuergewinn im Privatkundengeschäft war 2014 weniger als halb so hoch wie geplant.

  • Rekordstrafe: Libor-Skandal

    2,2 Milliarden Euro zahlte die Deutsche Bank wegen Manipulation von Libor und Euribor.

  • Im Visier der Justiz: Jürgen Fitschen

    Co-Chef Fitschen steht derzeit in München wegen versuchten Prozessbetrugs vor Gericht.

  • Im Visier der Aufseher: Anshu Jain

    Die Manipulation von Libor und Euribor setzt Co-Bankchef Jain unter Druck.

"Bild am Sonntag" berichtete, Jain habe auf "mindestens zwölf Millionen Euro" verzichtet. In den Verhandlungen über seine Vertragsauflösung habe er Wert darauf gelegt, die Bank nicht finanziell belasten zu wollen. Die Zeitung zitierte aus einer Abschiedsmail des umstrittenen Investmentbankers an die Mitarbeiter: Die Bank sei 20 Jahre lang wie eine Familie für ihn gewesen.

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Jain und sein Co-Chef Jürgen Fitschen hatten bei der Führung des in vielfältige Rechtstreitigkeiten verwickelten Geldhauses glücklos agiert und waren zuletzt von Investoren massiv kritisiert worden. Sie werden nun dem früheren UBS-Banker John Cryan abgelöst.

Die Deutsche Bank wollte die Berichte nicht kommentieren.

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