Deutsche Bank-Aufsichtsratschef: Achleitner warnt vor Dominanz von US-Banken

exklusivDeutsche Bank-Aufsichtsratschef: Achleitner warnt vor Dominanz von US-Banken

von Cornelius Welp

Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Achleitner warnt vor der Dominanz von US-Banken durch die zunehmende Regulierung europäischer Kreditinstitute.

Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner warnt im Interview mit der WirtschaftsWoche eindringlich vor einer möglichen Dominanz US-amerikanischer Banken auf den globalen Kapitalmärkten. „Der Finanzbedarf in Europa wird nicht sinken, sondern steigen. Das lässt sich nur über den Kapitalmarkt lösen“, sagte er. „Wenn wir nicht aufpassen, wird es hier eine ähnliche US-amerikanische Dominanz geben, wie wir sie im Internet schon erleben“, sagte er. Die Möglichkeiten der Versicherungen würden regulatorisch weiter eingeschränkt und auch die Aktivitäten der Banken auf diesem Gebiet kritisch beäugt.

Die wichtigsten Aufsichtsräte der Deutschen Bank

  • Paul Achleitner

    Der frühere Allianzvorstand steht seit 2012 an der Spitze des Aufsichtsrats. Er hat den aktuellen Strategieprozess angestoßen und erklärt, dass es „keine Denkverbote“ gibt.    

  • Frank Bsirske

    Der Verdi-Chef ist zum Schrecken vieler Deutschbanker 2013 in das Gremium eingezogen. Seine Machtbasis ist die Postbank, wo die Gewerkschaft stark vertreten ist. Ein Verkauf allein des Bonner Instituts  würde die Position von Verdi in der Deutschen Bank schwächen.     

  • John Cryan

    Der Brite war früher Topmanager bei der Schweizer UBS . Er ist ein kritischer Kontrolleur vor allem von Co-Chef Anshu Jain, grundsätzlich aber dem Investmentbanking zugeneigt.

  • Dina Dublon

    Die US-Amerikanerin war Finanzchefin bei JP Morgan. Die Schwäche der Deutschen Bank ist aus ihrer Perspektive offensichtlich.

  • Katherine Garrett-Cox

    Die Chefin des britischen Vermögensverwalters Alliance Trust rückte 2011 als erste Frau auf der Kapitalseite in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank.

  • Timo Heider

    Der Betriebsratsvorsitzende der Postbank wird auf eine möglichst schonende Behandlung des Bonner Instituts Wert legen. Dessen beschäftigte streiken gerade, weil sie um ihre Arbeitsplätze fürchten.  

  • Alfred Herling

    Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende arbeitet seit rekordverdächtigen 46 Jahren bei der Deutschen Bank und gilt als bedächtige Integrationsfigur – auch im Lager der nicht einheitlich auftretenden Arbeitnehmer. Für ihn zählt vor allem, dass möglichst wenige Arbeitsplätze wegfallen.  

  • Henning Kagermann

    Der frühere SAP-Chef ist bereits seit 15 Jahren Mitglied des Kontrollgremiums und hat dort alle strategischen Wenden und Kehrtwenden mitgemacht.  

  • Martina Klee

    Die unabhängige Arbeitnehmervertreterin ist seit 2008 Mitglied des Aufsichtsrats. Gewählt ist sie über die Deutsche Bank, für deren Interessen wird sie sich einsetzen.

  • Peter Löscher

    Der frühere Siemens-Chef ist ein enger Vertrauter von Aufsichtsratschef Achleitner, in München teilt er sich mit ihm sogar ein Büro. Er wird Achleitners Präferenzen folgen.

  • Stephan Szukalski

    Der Chef der kleinen Gewerkschaft DBV wird vermutlich die Lösung präferieren, die die wenigsten Arbeitsplätze kostet. Die DBV ist in der Deutschen Bank stärker, anders als seine Verdi-Kollegen geht es ihm dann nicht vor allem um die Postbank.  

  • Johannes Teyssen

    Der Eon-Chef kennt die Situation, dass ein Unternehmen durch politische Vorgaben umgebaut werden muss, aus seinem eigenen Konzern bestens. Er wird darauf achten, dass die Deutsche Bank auch künftig für deutsche Großunternehmen da ist.

  • Georg F. Thoma

    Der Rechtsanwalt ist ein enger Vertrauter von Paul Achleitner. Als Vorsitzender des Integritätsausschusses muss er sich heute nicht nur mit der künftigen Strategie der Bank, sondern auch mit den Folgen des Libor-Vergleichs und des betrügerischen Handels mit CO2-Zertifikaten beschäftigen.

  • Klaus Rüdiger Trützschler

    Der ehemalige Haniel-Vorstand ist ein Mann der Deutschen Industrie. Für die soll die Deutsche Bank auch künftig da sein. Ob man dazu Filialen der  Postbank braucht.


Die Sanktionen gegen Russland und die Diskussionen um Griechenland zeigten jedoch die immense politische Dimension des Themas: „Ich glaube, wir sind generell gut beraten, wenn wir hier eine europäische Alternative zu den US-Adressen zulassen. Das sehen unsere Kunden weltweit genauso.“ Die Finanzierung sei eine genauso wichtige Dimension für die Zukunft wie die Digitalisierung. „Wir müssen eigentlich nicht nur über Industrie 4.0 diskutieren, sondern auch über Finanzierung 4.0“, sagte Achleitner.

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