Deutsche Bank: 5,4 Milliarden Dollar Strafe im Hypothekenstreit

Deutsche Bank: Börsenjubel um niedrige Milliardenstrafe

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Aufräumarbeiten bei der Deutschen Bank

Das Auf und Ab bei der Aktie der Deutschen Bank versetzt Anleger in Aufruhr. Ein Medienbericht über niedrigere Strafe im US-Hypothekenstreit beschert dem Papier zum Wochenende einen Höhenflug.

Kursturbulenzen bei der Deutschen Bank haben die Börsen in Europa am Freitag ordentlich durchgeschüttelt. Die Aktien des größten deutschen Geldhauses sackten zeitweise erstmals unter zehn Euro und zogen sämtliche andere Finanzwerte und den Euro in die Tiefe. Ein Medienbericht über eine geringere Strafe im US-Hypothekenstreit drehte das Blatt aber und zog den Kurs zum Handelsschluss um 6,4 Prozent auf 11,57 hoch. Der Dax baute seine Gewinne daraufhin aus und ging mit einem Plus von einem Prozent auf 10.511,02 Punkte ins lange Wochenende. Auch den Börsen in New York gab der Kurssprung der Deutschen Bank einen Schub.

Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person, die Deutsche Bank habe im Streit mit dem US-Justizministerium um Tricksereien auf dem amerikanischen Immobilienmarkt eine deutlich geringere Strafe von 5,4 Milliarden Dollar (4,8 Milliarden Euro) zu erwarten. Vor zwei Wochen riefen die Behörden eine Vergleichszahlung von 14 Milliarden Dollar auf - seither steht die Bank am Aktienmarkt unter Beschuss und verlor mehr als drei Milliarden Euro an Börsenwert. Sollte sich der Vergleich mit den US-Justizbehörden bestätigen, wäre dies ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Bank. Für Rechtstreitigkeiten hatte die Deutsche Bank bereits rund fünf Milliarden Euro an Rücklagen gebildet.

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Deutsche Bank Unter Geiern

Wie die Aasfresser umkreisen Hedgefonds die Deutsche Bank. Dass ihr Angriff so erfolgreich ist, liegt nur an einem Grund: Die Bank hat unser Vertrauen verloren. Wer kann helfen?

Geier sitzen in einem Baum in Kenia Quelle: REUTERS

Deutsche-Bank-Chef Cryan warnt vor Panikmache

Bankchef John Cryan warnte in einem internen Brief an die rund 100.000 Mitarbeiter vor Panikmache und betonte, die Bank habe mit Liquiditätsreserven von 215 Milliarden Euro ein starkes Fundament. Zum Kurssturz am Morgen war es gekommen, weil Hedgefonds Gelder von dem Institut abgezogen hatten. Zudem gibt es Händlern zufolge einige Fonds, die auf einen Kursverfall der Deutschen Bank wetten.

Die DZ Bank empfahl die Aktien des Instituts zum Kauf. Eine rasche Einigung mit den US-Behörden könne die Abwärtsspirale durchbrechen. "Hierdurch würde sich die Unsicherheit bezüglich der Kapitalausstattung und die Risikoprämie deutlich reduzieren", erklärte DZ-Bank-Analyst Christian Koch.

In der Gemengelage erholte sich auch der Euro, der wegen des Kursverfalls der Deutschen Bank unter Druck geraten war. Er legte um 0,1 Prozent zu auf 1,1235 Dollar, nachdem er zuvor noch mehr als 70 US-Cent verloren hatte. "Der Pessimismus ist scheinbar kleiner geworden, zumindest was die Deutsche Bank betrifft", sagte Chefanalyst Shaun Osborn von der Scotiabank.

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