Deutsche Bank-Chef: Anshu Jains leise Rückkehr auf die Bühne

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Deutsche Bank-Chef: Anshu Jains leise Rückkehr auf die Bühne

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Über Monate hatte der Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, die Öffentlichkeit gemieden. Bei einer Diskussion zur angeblich angeschlagene Beziehung zwischen Unternehmen und Banken, sollte er neben J.P.-Morgan-Chef Jamie Dimon Rede und Antwort stehen. Als Bankenkritiker waren der Münchner-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard und Evonik-Chef Klaus Engel auf dem Podium vertreten.

von Cornelius Welp

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit Langem zeigt sich Anshu Jain zahm und einsichtig. Ein anderer Banker ist da deutlich selbstbewusster.

Was macht eigentlich Anshu Jain? Über Monate hatte der Co-Chef der Deutschen Bank die Öffentlichkeit gemieden. Bis er gestern Abend unmittelbar vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos und zehn Tage vor der eigenen  Bilanz-PK wieder auftauchte. Bei einer Diskussion in einem Luxushotel im verschneiten Taunus sollte er Rede und Antwort stehen, es ging um die angeblich angeschlagene Beziehung zwischen Unternehmen und Banken. Zerrüttet, so machte Jain klar, ist das Verhältnis keineswegs. So berichtete er von einem seiner jüngsten Termine, ausgerechnet in Wuppertal. Dort habe er einen Mittelständler besucht. Der sei in 80 Ländern aktiv und habe ihm versichert, wie wichtig die Leistungen der Deutschen Bank für ihn seien.

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Jain referiert auch über den von ihm und Jürgen Fitschen propagierten Kulturwandel. Den sieht er als nicht abgeschlossenes, aber deutlich fortgeschrittenes Projekt. Die Exzessjahre der Branche seien der relativ kurze Zeitraum zwischen 2005 und 2007 gewesen. Nun habe sich schon viel zum Guten geändert. Die Banken hätten mehr Kapital und weniger Risiko. Und die Bezahlung der Mitarbeiter sei vernünftiger. Die Deutsche Bank könne es sich sogar leisten, bei dem Thema ein weltweiter Vorreiter zu sein. Denn schließlich sei man nun eines der führenden Institute, während man sich die Rolle vor fünf oder zehn Jahren noch mit Ausschüttungen an die Angestellten erkaufen musste.

Als Bankenkritiker sind der Münchner-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard und Evonik-Chef Klaus Engel auf dem Podium vertreten. Sie erfüllen die Rolle mit Maß. So will sich etwa von Bomhard anders als oft zitiert nie für ein klares Trennbankensystem ausgesprochen haben. Die Banken sollten lediglich gegenüber der Aufsicht beweisen müssen, dass bestimmte Aktivitäten erforderlich seien. In vielen Punkten sind sich die Diskutanten einig. Etwa darin, dass das Vertrauen der Gesellschaft in die Banken erst dann wieder zurückkehre, wenn diese wie andere Unternehmen Pleite gehen könnten. Und dass es einen Unterschied zwischen guter und exzessiver Bezahlung gebe.

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