Deutsche Bank Co-Chef: Fitschens Plan zur Rettung des Banken-Images

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Deutsche Bank Co-Chef: Fitschens Plan zur Rettung des Banken-Images

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Deutsche Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen wird Präsident des deutschen Bankenverbandes.

Als neuer Präsident des Bankenverbandes will Jürgen Fitschen verlorenes Vertrauen in die Branche zurückgewinnen. Mit einer Beteiligung von Einlegern im Krisenfall könnte er leben - aber bei klaren Regeln.

Die deutsche Bankenbranche bekommt ein neues Sprachrohr: Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, übernimmt an diesem Montag das Präsidentenamt beim Bundesverband deutscher Banken (BdB). Damit stellt Deutschlands größtes Geldinstitut für die nächsten drei Jahre wieder den Chef-Lobbyisten der privaten Banken in Deutschland. Der Niedersachse Fitschen will Banken zurück in die Mitte der Gesellschaft holen. „Kulturwandel“ nennen sie das Projekt Vertrauensgewinn in den Frankfurter Zwillingstürmen der Deutschen Bank, in denen Fitschen seit Juni 2012 gemeinsam mit dem Investmentbanker Anshu Jain die Fäden zieht.

Banken müssen dem System dienen

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Eine der wichtigsten Aufgaben für Fitschen wird es sein, das Vertrauen in die Bankenbranche wiederherzustellen. Und das haben die Geldhäuser auch nötig: Die Banken haben das in der Finanzkrise verlorengegangene Vertrauen nach Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nämlich „noch nicht in vollem Umfang zurückgewonnen“. „Es ist wichtig, dass sich Banken auch in einer dienenden Funktion für ein Gesamtsystem sehen“, sagte Merkel bei dem Empfang des Bundesverbandes deutscher Banken. Die Erhöhung der Eigenkapitalquoten habe das Bankensystem bereits stabiler gemacht. Die Politik habe die Aufsicht gestärkt und ausgebaut. Was aber noch fehle, sei ein einheitlicher Abwicklungsmechanismus, wenn eine Bank mit ihrem Geschäftsmodell scheitere, sagte Merkel.

Einleger-Haftung im Krisenfall nicht dramatisch

Der Verbandschef betonte, das Bankensystem in Deutschland stehe aufgrund deutlich erhöhter Kapitalbasis und verbessertem Risikomanagement heute deutlich robuster da als vor der Krise. Wo es Regulierungsdefizite gegeben habe, werde daran gearbeitet. Fitschen wandte sich erneut gegen eine Trennung des risikoreichen Investmentbankings vom klassischen Kundengeschäft. Fitschen hat vor einer überzogenen Regulierung der Kreditwirtschaft gewarnt. „All das, was wir tun, findet unter Wettbewerbsbedingungen statt“, sagte er Fitschen bei der Übernahme des Präsidentenamtes beim Bankenverband. „Ansonsten läuft Europa insgesamt Gefahr, dass andere sich sehr viel besser positionieren.“ Es komme auf die richtige Balance an. Dies sei besser, als zu versuchen, zu viele Maßnahmen zur gleichen Zeit in die Diskussion zu werfen und dann Korrekturen vorzunehmen. Auch für nationale Alleingänge dürfte kaum Platz sein, sagte der neue Verbandschef.

Mit einer Einleger-Haftung bei Bankschieflagen hätte Fitschen kein Problem. Dazu müssten aber der Rahmen und die Rangfolge bei der Haftung klar gesetzt werden. „Die Reihenfolge muss stimmen: Erst kommt das Kapital, die Eigentümer, dann Nachranggläubiger und dann gegebenenfalls auch diese Einleger.“ Dann könne sich niemand dahinter verstecken, dass er es nicht gewusst habe. Natürlich könne dies den Wettbewerb um Einlagen ändern. „Darin sehe ich aber nichts Dramatisches“, sagte Fitschen. Jeder entscheide, ob er für bessere Qualität einen geringeren Zins in Kauf nimmt oder umgekehrt.

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